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Schulterverletzungen und -erkrankungen

Die Schulter ist ein komplexes Zusammenspiel aus Knochen, Gelenken, Bändern, Sehnen, Muskeln sowie Nerven und Blutgefäßen. Durch Stürze, Unfälle, Über- und Fehlbelastungen, Verschleiß oder degenerative Veränderungen kann es zu unterschiedlichen Verletzungen oder Erkrankungen kommen. Für Diagnostik und Therapie von Schulterverletzungen und -erkrankungen steht in den Augustinerinnen Krankenhäusern im Department für Sporttraumatologie und Schulterchirurgie ein spezialisiertes Team bereit. 

Schulterverletzungen

  • Brüche an Schulter und Schultergürtel

    Brüche an der Schulter gehören zu den häufigen Verletzungen nach Stürzen, Sportverletzungen und Unfällen. Besonders häufig ist der Schlüsselbeinbruch (Claviculafraktur). Auch Schulterblattfrakturen (Skapulafrakturen) können auftreten, sind jedoch deutlich seltener und entstehen meist durch eine stärkere Gewalteinwirkung.

    Die Behandlung einer Schulterfraktur richtet sich nach der Art und Lage des Bruchs, der Stellung der Knochenfragmente und einer möglichen Beteiligung des Schultergelenks. Während viele Brüche konservativ behandelt werden können, kann bei bestimmten verschobenen oder instabilen Brüchen eine Operation sinnvoll oder notwendig sein.

    Welche Knochen können an der Schulter brechen?

    Der knöcherne Schultergürtel besteht unter anderem aus dem Schlüsselbein (Clavicula) und dem Schulterblatt (Scapula). Zusammen mit dem Oberarmknochen bilden sie die knöchernen Strukturen, die für die Beweglichkeit und Stabilität der Schulter wichtig sind.
    Zu den wichtigsten Brüchen im Schulterbereich gehören:

    • Schlüsselbeinfraktur

    • Schulterblattfraktur

    • Fraktur des Oberarmkopfes

    • Frakturen im Bereich des Schultergelenks

    • Frakturen des Schulterdachs (Akromion)

    • Frakturen des Rabenschnabelfortsatzes (Processus coracoideus)

    Schlüsselbeinbruch (Claviculafraktur)

    Der Schlüsselbeinbruch ist eine der häufigsten Brüche im Bereich des Schultergürtels. Das Schlüsselbein verbindet das Brustbein mit dem Schulterblatt und trägt dazu bei, den Schultergürtel in einer funktionell günstigen Position zu halten.
    Ein Schlüsselbeinbruch entsteht häufig durch einen direkten Sturz auf die Schulter. Auch ein Sturz auf den ausgestreckten Arm oder eine direkte Gewalteinwirkung kann zu einem Bruch führen.
    Schlüsselbeinfrakturen können grundsätzlich in verschiedenen Bereichen auftreten. Besonders häufig ist der mittlere Abschnitt des Schlüsselbeins betroffen.

    Symptome bei einem Schlüsselbeinbruch
    Ein Schlüsselbeinbruch verursacht meist unmittelbar Schmerzen und eine deutliche Bewegungseinschränkung der Schulter.
    Typische Symptome sind:

    • Schmerzen im Bereich des Schlüsselbeins

    • Schwellung

    • Bluterguss

    • Druckschmerz

    • Schmerzen bei Bewegung des Arms

    • Schonhaltung des betroffenen Arms

    • Tastbare oder sichtbare Fehlstellung

    • Verkürzung oder Verschiebung des Schlüsselbeins

    • Knirschen oder Reiben bei Bewegung

    Bei einer deutlichen Fehlstellung kann der Bruch bereits von außen erkennbar sein.

    Konservative Behandlung eines Schlüsselbeinbruchs
    Viele Schlüsselbeinfrakturen können konservativ behandelt werden. Dabei wird der Arm zunächst entlastet und beispielsweise in einer Armschlinge ruhiggestellt. Die Ruhigstellung dient vor allem der Schmerzreduktion. Sobald es der Heilungsverlauf erlaubt, wird die Schulter schrittweise wieder bewegt, um einer ausgeprägten Bewegungseinschränkung entgegenzuwirken. Regelmäßige klinische und gegebenenfalls radiologische Kontrollen können notwendig sein, um den Heilungsverlauf zu beurteilen.

    Operative Behandlung eines Schlüsselbeinbruchs
    Bei bestimmten Schlüsselbeinbrüchen kann eine Operation erforderlich sein. Dies gilt insbesondere bei offenen Frakturen, ausgeprägter Instabilität oder bestimmten stark verschobenen beziehungsweise verkürzten Frakturen.
    Zur Stabilisierung werden häufig Platten und Schrauben verwendet. Ziel ist es, die Knochenfragmente in einer möglichst guten Stellung zu stabilisieren und eine belastbare Heilung zu ermöglichen.
    Welche Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der individuellen Fraktursituation und weiteren Faktoren ab.

    Heilungsdauer nach einem Schlüsselbeinbruch
    Die knöcherne Heilung eines Schlüsselbeinbruchs benötigt in der Regel mehrere Wochen. Die genaue Heilungsdauer ist unter anderem von Alter, Knochenqualität, Frakturtyp und Behandlung abhängig. Auch nach einer knöchernen Heilung können Belastbarkeit und Beweglichkeit zunächst noch eingeschränkt sein. Der Arm sollte deshalb schrittweise wieder belastet werden.

    Schulterblattfraktur (Skapulafraktur)

    Eine Schulterblattfraktur ist deutlich seltener als ein Schlüsselbeinbruch. Das Schulterblatt ist durch die umgebende Muskulatur gut geschützt. Deshalb sind es meist eher starke Unfälle wie Stürze aus größerer Höhe oder Verkehrsunfälle, die zu einem Bruch am Schulterblatt führen.
    Die genaue Lage des Bruchs ist für die Behandlung von großer Bedeutung. Insbesondere Brüche mit Beteiligung der Gelenkfläche oder einer relevanten Verschiebung müssen von den Expertinnen und Experten der Unfallchirurgie sorgfältig beurteilt werden.

    Symptome einer Schulterblattfraktur
    Typischerweise bestehen nach einem entsprechenden Unfall starke Schmerzen im Bereich des Schulterblatts und der Schulter.
    Mögliche Symptome sind:

    • Schmerzen im Bereich des Schulterblatts

    • Schmerzen bei Bewegung des Arms

    • Schwellung

    • Blutergüsse

    • Druckempfindlichkeit

    • eingeschränkte Beweglichkeit der Schulter

    • Schonhaltung des Arms

    • Schmerzen bei tiefem Einatmen

    Behandlung der Schulterblattbrüche
    Die Mehrzahl der Schulterblattbrüche kann konservativ behandelt werden, sofern keine relevante Fehlstellung oder Gelenkbeteiligung vorliegt.
    Die Behandlung umfasst zunächst eine ausreichende Schmerztherapie und eine zeitlich begrenzte Entlastung. Anschließend wird die Schulter schrittweise mobilisiert.
    Bei bestimmten Brüchen kann eine Operation erforderlich sein. Dies betrifft insbesondere Brüche mit:

    • relevanter Verschiebung

    • ausgeprägter Fehlstellung

    • Beteiligung der Gelenkfläche

    • Instabilität des Schultergürtels

    • bestimmten Frakturen des Schulterblatthalses oder anderer funktionell wichtiger Bereiche

    Die operative Stabilisierung erfolgt abhängig vom Frakturtyp beispielsweise mit Platten und Schrauben.

    Schulterfrakturen mit Beteiligung des Schultergelenks

    Besondere Aufmerksamkeit benötigen Brüche, die die Gelenkfläche der Schulter betreffen. Eine ungenaue Stellung der Gelenkfläche kann die Funktion der Schulter beeinträchtigen und langfristig das Risiko für einen Gelenkverschleiß erhöhen. Deshalb ist bei solchen Verletzungen eine genaue bildgebende Diagnostik besonders wichtig. Die Entscheidung über eine konservative oder operative Behandlung richtet sich nach dem individuellen Befund.

  • Ausrenkung des Schultergelenks (Schulterluxation)

    Das Schultergelenk besteht aus dem Oberarmkopf und der relativ flachen Gelenkpfanne des Schulterblatts. Diese anatomische Konstruktion ermöglicht eine sehr große Beweglichkeit, macht das Gelenk aber gleichzeitig anfällig für Instabilitäten und Ausrenkungen.
    Bei einer Schulterluxation (auch Schulterausrenkung genannt) verliert der Oberarmkopf seinen normalen Kontakt zur Gelenkpfanne. Die Ausrenkung kann vollständig oder teilweise sein. Eine teilweise Ausrenkung wird als Subluxation bezeichnet.
    Je nach Richtung unterscheidet man unter anderem:

    • Anteriore Schulterluxation: Ausrenkung nach vorne; mit Abstand am häufigsten

    • Posteriore Schulterluxation: Ausrenkung nach hinten; deutlich seltener

    • Inferiore Schulterluxation: Ausrenkung nach unten; selten

    Wie entsteht eine Schulterausrenkung?
    Eine Schulterluxation kann durch einen Unfall oder durch eine bestehende Instabilität des Schultergelenks entstehen. Häufige Ursachen sind:

    • Sturz auf den ausgestreckten Arm

    • Sturz direkt auf die Schulter

    • Sportverletzungen

    • Kontaktsportarten

    • Fahrrad- und Motorradunfälle

    • Verkehrsunfälle

    • Plötzliche extreme Bewegungen des Arms

    Bei jüngeren, sportlich aktiven Menschen tritt eine Schulterluxation häufig infolge eines Traumas auf. Nach einer ersten Ausrenkung kann das Schultergelenk instabil bleiben und sich bei erneuten Belastungen leichter wieder ausrenken.

    Symptome einer Schulterluxation
    Eine ausgekugelte Schulter verursacht typischerweise starke Schmerzen und eine ausgeprägte Bewegungseinschränkung.
    Mögliche Symptome sind:

    • Plötzliche, starke Schulterschmerzen

    • Unfähigkeit oder starke Einschränkung, den Arm zu bewegen

    • Sichtbare Veränderung der Schulterkontur

    • Schonhaltung des Arms

    • Schwellung

    • Druckempfindlichkeit

    • Gefühl, dass die Schulter „herausgesprungen“ ist

    • Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Arm

    Bei einer Schulterluxation können auch Nerven oder Blutgefäße verletzt werden. Deshalb müssen Durchblutung und Sensibilität des Arms nach einer Ausrenkung sorgfältig überprüft werden.

    Behandlung der Schulterluxation
    Die Behandlung richtet sich nach der Art der Luxation, möglichen Begleitverletzungen und dem Risiko einer erneuten Ausrenkung.

    • Einrenken der Schulter
      Bei einer akuten Schulterluxation muss der Oberarmkopf wieder in die Gelenkpfanne gebracht werden. Dieser Vorgang wird als Reposition bezeichnet. Die Reposition sollte niemals selbst sondern immer durch medizinisches Fachpersonal erfolgen. Abhängig von Schmerzen, Muskelspannung und Situation kann eine Schmerz- oder Beruhigungsmedikation erforderlich sein.
      Nach erfolgreicher Reposition wird die Schulter erneut untersucht und in der Regel radiologisch kontrolliert.

    • Ruhigstellung und konservative Behandlung
      Nach dem Einrenken wird die Schulter häufig zunächst in einer Schlinge oder speziellen Orthese ruhiggestellt.
      Anschließend beginnt schrittweise die Mobilisation. Ziel ist es, die Beweglichkeit wiederherzustellen und gleichzeitig die verletzten Strukturen zu schützen. Physiotherapie spielt eine wichtige Rolle. Dabei werden insbesondere die Muskulatur und die neuromuskuläre Kontrolle der Schulter trainiert. Wie lange die Schulter geschont und welche Bewegungen zunächst vermieden werden sollten, hängt unter anderem vom Alter, der Art der Verletzung und möglichen Begleitverletzungen ab.

    • Operation nach einer Schulterluxation
      Nicht jede Schulterluxation muss operiert werden. Bei bestimmten Verletzungsmustern kann jedoch eine operative Stabilisierung sinnvoll sein. Eine Operation kann insbesondere bei folgenden Situationen infrage kommen:
      - wiederholte Schulterluxationen
      - ausgeprägte Instabilität
      - relevante knöcherne Verletzungen
      -  bestimmte Verletzungen der Gelenklippe
      - bestimmte Verletzungen der Rotatorenmanschette
      - hohe sportliche oder berufliche Anforderungen
      - Versagen einer konservativen Behandlung

    Ein häufiges Verletzungsmuster ist die Bankart-Läsion. Dabei wird die Gelenklippe am vorderen unteren Rand der Gelenkpfanne durch die Ausrenkung abgelöst. Eine solche Verletzung kann zur anhaltenden Instabilität beitragen.
    Je nach Befund kann eine arthroskopische Stabilisierung oder ein anderes operatives Verfahren erforderlich sein.

  • Verletzungen der Rotatorenmanschette

    Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe aus vier Muskeln und ihren Sehnen, die das Schultergelenk stabilisieren und wesentlich an der Bewegung des Arms beteiligt sind. Eine Verletzung der Rotatorenmanschette kann durch einen Unfall, eine plötzliche Belastung oder durch einen zunehmenden Verschleiß der Sehnen entstehen.
    Das Verletzungsspektrum reicht von einer Reizung oder Teilverletzung bis hin zu einem vollständigen Rotatorenmanschettenriss. Typische Beschwerden sind Schmerzen, Kraftverlust und eine eingeschränkte Beweglichkeit der Schulter. Je nach Art und Ausmaß der Verletzung kann eine konservative Behandlung ausreichen oder eine operative Rekonstruktion erforderlich sein.
    Grundsätzlich werden traumatische und verschleißbedingte Verletzungen unterschieden. Das Ausmaß einer Verletzung kann sehr unterschiedlich sein.

    • Sehnenreizung und Tendinopathie
      Bei einer Tendinopathie ist die Sehne strukturell verändert und schmerzhaft. Die Beschwerden entstehen häufig schleichend und nehmen bei bestimmten Bewegungen oder Belastungen zu.

    • Teilriss der Rotatorenmanschette
      Bei einer Teilruptur ist die Sehne nicht vollständig durchtrennt. Je nach Tiefe und Lokalisation können die Beschwerden unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

    • Kompletter Rotatorenmanschettenriss
      Bei einer vollständigen Ruptur ist die betroffene Sehne durchtrennt und kann sich je nach Ausmaß vom Ansatz am Oberarmknochen zurückziehen.
      Ein kompletter Riss kann zu einem deutlichen Kraftverlust führen und insbesondere das aktive Anheben des Arms erschweren.

    Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von Art und Größe der Verletzung, Alter, Aktivitätsniveau, Beschwerden und Begleitverletzungen ab.

    Konservative Behandlung einer Rotatorenmanschettenverletzung
    Bei vielen Sehnenreizungen und bestimmten Teilverletzungen kann zunächst eine konservative Therapie durchgeführt werden.
    Sie kann unter anderem umfassen:

    • Anpassung der Belastung

    • Schmerz- und Entzündungsbehandlung

    • Physiotherapie

    • Kräftigung der Schulter- und Rotatorenmanschettenmuskulatur

    • Training der Schulterblattmuskulatur

    • Verbesserung der Beweglichkeit

    • Koordinations- und Stabilisationstraining

    Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren und die Funktion der Schulter zu verbessern.

    Operation bei Rotatorenmanschettenriss
    Bei bestimmten vollständigen oder größeren traumatischen Rissen kann eine operative Rekonstruktion der Rotatorenmanschette empfohlen werden. Dies kann insbesondere bei einem frischen traumatischen Riss mit deutlichem Kraftverlust relevant sein.
    Die Rekonstruktion erfolgt häufig arthroskopisch, also im Schlüssellochverfahren. Dabei wird die gerissene Sehne wieder an ihrem ursprünglichen Ansatz am Oberarmknochen befestigt. Hierfür werden spezielle Nahtanker verwendet.
    Nicht jeder Rotatorenmanschettenriss muss jedoch operiert werden. Die Entscheidung besprechen unsere Expertinnen und Experten der Orthopädie und Unfallchirurgie individuell anhand der Beschwerden, des funktionellen Befundes und der Bildgebung.

Erkrankungen der Schulter

  • Arthrose an der Schulter (Omarthrose)

    Bei einer Arthrose der Schulter wird der Gelenkknorpel, der normalerweise als schützende Gleitschicht zwischen den Knochen dient, zunehmend abgebaut. Dadurch kann es zu einer stärkeren Belastung der Gelenkflächen kommen. Im weiteren Verlauf können Schmerzen und Bewegungseinschränkungen entstehen.
    Eine Schulterarthrose entwickelt sich meist langsam. Die Beschwerden können zunächst nur bei bestimmten Bewegungen oder Belastungen auftreten und sich im Laufe der Zeit verstärken.

    Typische Symptome einer Schulterarthrose sind:

    • Schmerzen in der Schulter, insbesondere bei Belastung und Bewegung

    • eingeschränkte Beweglichkeit des Schultergelenks

    • Schmerzen beim Heben oder Drehen des Arms

    • Anlaufschmerzen nach längeren Ruhephasen

    • Knirschen oder Reibegeräusche im Schultergelenk

    • zunehmende Beschwerden im Alltag

    • bei fortgeschrittener Arthrose auch Schmerzen in Ruhe oder nachts

    Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Nicht jeder Mensch mit Veränderungen im Gelenk hat automatisch starke Schmerzen.

    Eine Arthrose der Schulter kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören unter anderem das zunehmende Alter, frühere Verletzungen oder Operationen am Schultergelenk sowie eine langfristige Fehl- oder Überbelastung.
    Manchmal entsteht die Arthrose auch ohne eindeutig erkennbare Ursache. In diesem Fall spricht man von einer primären Omarthrose. Eine Arthrose infolge einer Erkrankung, Verletzung oder anderen Veränderung des Gelenks wird als sekundäre Omarthrose bezeichnet.

    Wie wird eine Schulterarthrose behandelt?
    Die Behandlung einer Schulterarthrose richtet sich nach den Beschwerden, dem Ausmaß der Gelenkveränderungen und den individuellen Bedürfnissen des Patienten. Zu den konservativen Behandlungsmöglichkeiten gehören beispielsweise:

    • Physiotherapie und gezielte Bewegungsübungen

    • Erhalt und Verbesserung der Beweglichkeit

    • Anpassung belastender Bewegungsabläufe

    • Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente nach ärztlicher Rücksprache

    • gegebenenfalls weitere gelenkerhaltende Behandlungen

    Ziel der Behandlung ist es, Schmerzen zu reduzieren und die Beweglichkeit sowie die Funktion der Schulter möglichst lange zu erhalten.
    Wenn eine Schulterarthrose weit fortgeschritten ist und die Beschwerden trotz konservativer Behandlung erheblich bleiben, kann eine operative Behandlung infrage kommen. Bei ausgeprägtem Gelenkverschleiß kann beispielsweise der Ersatz des Schultergelenks durch eine Schulterprothese infrage kommen. Hierfür gibt es verschiedene Prothesentypen und -formen, welche individuell auf das Krankheitsbild abgestimmt werden.
    Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt nicht allein vom Röntgenbild ab. Entscheidend sind insbesondere die Beschwerden, die Einschränkungen im Alltag und die individuellen Anforderungen der Patienten. All dies besprechen unsere Schulter-Expertinnen und Experten in einem ausgiebigen Beratungsgespräch mit Ihnen. 

  • Schleimbeutelentzündung an der Schulter (Bursitis)

    Schleimbeutel (Bursae) sind kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Gewebestrukturen. Sie befinden sich an Stellen, an denen Muskeln, Sehnen, Knochen und Haut bei Bewegungen aneinander gleiten.
    Im Bereich der Schulter befindet sich unter anderem der subakromiale Schleimbeutel zwischen dem Schulterdach und den darunterliegenden Strukturen der Rotatorenmanschette. Er ermöglicht ein möglichst reibungsarmes Gleiten bei der Bewegung des Arms.

    Wie entsteht eine Schleimbeutelentzündung der Schulter?
    Eine Bursitis kann verschiedene Ursachen haben. Häufig entsteht sie durch eine wiederholte mechanische Belastung, wie durch Sport oder einseitige körperliche Arbeit. Aber auch Reizungen im Rahmen eines Impingement-Syndroms oder Erkrankungen an der Rotorenmanschette können Ursachen sein.

    Symptome einer Schleimbeutelentzündung der Schulter

    • Schulterschmerzen bei Bewegung

    • Schmerzen beim seitlichen Anheben des Arms

    • Schmerzen bei Überkopfbewegungen

    • Druckempfindlichkeit

    • Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Schulter

    • Nachtschmerzen

    • Eingeschränkte Beweglichkeit

    • Gefühl einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung
       

    Die Schmerzen können in den Oberarm ausstrahlen. Bei einer akuten Entzündung können die Beschwerden plötzlich und sehr stark auftreten. Bei länger bestehenden Reizzuständen entwickeln sie sich häufig schleichend.

    Schleimbeutelentzündung und Impingement-Syndrom
    Eine Bursitis und ein Impingement-Syndrom können miteinander verbunden sein. Wird der Schleimbeutel bei bestimmten Bewegungen wiederholt mechanisch gereizt, kann dies eine Entzündungsreaktion auslösen. Umgekehrt kann eine entzündlich verdickte Bursa die Beschwerden bei bestimmten Bewegungen verstärken. Da beide Erkrankungen ähnliche Beschwerden verursachen können, sollte bei länger anhaltenden Schulterschmerzen auch nach anderen Ursachen gesucht werden.

    Behandlung der Schleimbeutelentzündung
    Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Ausmaß der Entzündung. Eine akute oder nicht infektiöse Bursitis wird häufig zunächst konservativ behandelt. Mögliche Maßnahmen sind:

    • Entlastung der Schulter

    • Vermeidung schmerzauslösender Bewegungen

    • Physiotherapie

    • Anpassung der sportlichen oder beruflichen Belastung

    • Schmerz- und entzündungshemmende Behandlung

    • Kälteanwendungen bei akuten Beschwerden

    Eine vollständige Ruhigstellung über einen längeren Zeitraum sollte möglichst vermieden werden, da dadurch die Beweglichkeit der Schulter beeinträchtigt werden kann.
    Sobald es die Beschwerden erlauben, sollte die Schulter wieder kontrolliert bewegt werden.
    Eine Operation ist bei einer Schleimbeutelentzündung nur selten erforderlich. Bei chronischen, therapieresistenten Beschwerden kann in ausgewählten Fällen eine operative Entfernung des entzündeten Schleimbeutels (Bursektomie) infrage kommen.

  • Schulterengpasssyndrom (Impingement)

    Das Schultergelenk besitzt einen großen Bewegungsumfang. Zwischen dem Oberarmkopf und dem darüberliegenden Schulterdach verlaufen unter anderem Sehnen der Rotatorenmanschette sowie der Schleimbeutel.
    Bei bestimmten Bewegungen können diese Strukturen mechanisch belastet werden. Treten dabei Schmerzen und eine Funktionsbeeinträchtigung auf, wird häufig von einem Impingement-Syndrom gesprochen. Der Begriff beschreibt dabei nicht eine einzige Ursache, sondern ein Beschwerdebild, bei dem Schmerzen im Zusammenhang mit bestimmten Schulterbewegungen auftreten.

    Ursachen des Schulter-Impingements
    Die Entstehung von Schulterschmerzen im Zusammenhang mit einem Impingement kann verschiedene Ursachen haben. Mögliche begünstigende Faktoren sind:

    • Wiederholte Überkopfbewegungen

    • Einseitige Belastungen

    • Sportarten mit häufigen Wurf- oder Überkopfbewegungen

    • Veränderungen der Rotatorenmanschette

    • Bewegungsstörungen des Schulterblatts

    • Muskelungleichgewichte

    • Veränderungen des Schulterdachs

    • Arthrose des Schultereckgelenks

    • Entzündungen oder Reizungen des Schleimbeutels

    Auch eine eingeschränkte Beweglichkeit oder veränderte Koordination des Schultergürtels kann die Belastung bestimmter Strukturen erhöhen.

    Symptome eines Impingement-Syndroms
    Das wichtigste Symptom ist Schmerz bei bestimmten Bewegungen der Schulter. Typische Beschwerden sind:

    • Schmerzen beim seitlichen Anheben des Arms

    • Schmerzen bei Überkopfbewegungen

    • Schmerzen beim Anziehen oder Ausziehen

    • Schmerzen beim Greifen nach oben

    • Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Schulter

    • Nächtliche Schulterschmerzen

    • Eingeschränkte Beweglichkeit

    • Kraftverlust bei bestimmten Bewegungen

    Die Schmerzen können vom Schulterbereich in den Oberarm ausstrahlen.
    Zu Beginn treten die Beschwerden häufig nur bei Belastung auf. Bei länger bestehenden Beschwerden können auch Schmerzen in Ruhe oder nachts auftreten.
    Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden, den individuellen Ursachen und möglichen Begleiterkrankungen.

    Konservative Behandlung des Impingement-Syndroms
    In vielen Fällen steht zunächst eine konservative Behandlung im Vordergrund.
    Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:

    • Anpassung der Belastung

    • Vermeidung schmerzauslösender Bewegungen

    • Physiotherapie

    • Verbesserung der Beweglichkeit

    • Kräftigung der Rotatorenmanschette

    • Training der Schulterblattmuskulatur

    • Verbesserung der Bewegungskoordination

    • Schmerztherapie

    Ein wichtiger Bestandteil der Physiotherapie ist die gezielte Verbesserung der Schultermechanik. Dabei werden insbesondere die Muskeln trainiert, die für die Stabilisierung und Führung des Schultergelenks verantwortlich sind. Eine vollständige Ruhigstellung ist in der Regel nicht das Ziel. Die Schulter sollte vielmehr entsprechend der Beschwerden kontrolliert bewegt und belastet werden.

    Operation beim Impingement-Syndrom
    Eine Operation ist bei einem Impingement-Syndrom nicht grundsätzlich erforderlich. Bei anhaltenden Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung muss zunächst erneut geprüft werden, ob tatsächlich ein Impingement die Ursache der Beschwerden ist oder eine andere Erkrankung vorliegt.
    Bei bestimmten strukturellen Veränderungen oder Begleiterkrankungen kann eine operative Behandlung infrage kommen. Dabei können beispielsweise gleichzeitig bestehende Schäden der Rotatorenmanschette oder des Schultereckgelenks behandelt werden.
    Eine isolierte Erweiterung des Raumes unter dem Schulterdach, die sogenannte subakromiale Dekompression, wird heute nicht bei jedem Impingement routinemäßig empfohlen. Die Entscheidung für eine Operation sollte deshalb anhand des individuellen Befundes und der zugrunde liegenden Ursache nach ausführlicher Beratung durch unsere Schulter-Expertinnen und -Experten getroffen werden.

Gelenkersatz an der Schulter (Schulterndoprothetik)

Wenn Schmerzen und Bewegungseinschränkungen der Schulter den Alltag dauerhaft beeinträchtigen, kann ein künstliches Schultergelenk eine wirksame Behandlungsmöglichkeit darstellen. Im Rahmen der modernen Schulterendoprothetik ersetzen wir verschlissene oder geschädigte Gelenkflächen durch eine individuell auf die anatomischen Gegebenheiten abgestimmte Schulterprothese.
Ein Gelenkersatz an der Schulter kommt insbesondere bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß (Schulterarthrose), schweren Gelenkschäden oder bestimmten Verletzungsfolgen infrage. Ziel der Behandlung ist es, Schmerzen zu reduzieren, die Funktion der Schulter zu verbessern und damit die Lebensqualität nachhaltig zu steigern.

Individuelle Versorgung mit modernen Schulterprothesen
Nicht jede Erkrankung der Schulter erfordert den gleichen Gelenkersatz. Je nach Ursache der Beschwerden, Zustand der Knochen und Weichteile sowie Funktion der Rotatorenmanschette kommen unterschiedliche Formen der Schulterendoprothese zum Einsatz. Dazu zählen unter anderem anatomische Schulterprothesen und inverse Schulterprothesen.
Welche Prothese für die jeweilige Patientin oder den jeweiligen Patienten geeignet ist, entscheiden unsere Schulter-Expertinnen und -Experten auf Grundlage einer umfassenden klinischen und bildgebenden Diagnostik individuell. Dabei berücksichtigen sie sowohl die anatomischen Voraussetzungen als auch die persönlichen Anforderungen und Erwartungen an die zukünftige Schulterfunktion.

Expertise für komplexe Schultererkrankungen
Die Behandlung des Schultergelenks erfordert ein hohes Maß an Erfahrung und eine präzise Abstimmung von Diagnostik, Operationsverfahren und Nachbehandlung. Im Muskuloskelettalen Zentrum der Augustinerinnen Krankenhäuser arbeiten Expertinnen und Experten aus der Orthopädie und Unfallchirurgie eng zusammen und bringen ihre jeweilige Erfahrung in die individuelle Behandlungsplanung ein.
Auch bei komplexen Ausgangssituationen, beispielsweise nach Voroperationen oder bei einem erforderlichen Prothesenwechsel, steht ein spezialisiertes Behandlungsspektrum zur Verfügung. Im Rahmen der Wechselendoprothetik können bestehende Schulterprothesen überprüft, ausgetauscht oder bei entsprechenden Voraussetzungen rekonstruktiv versorgt werden.

Von der Diagnose bis zur Nachbehandlung
Eine erfolgreiche Schulterendoprothetik beginnt bereits mit einer sorgfältigen Diagnostik und individuellen Beratung. Nach der gemeinsamen Entscheidung für einen Gelenkersatz erfolgt die operative Versorgung mit einer auf die jeweilige Situation abgestimmten Schulterprothese.
An die Operation schließt sich eine strukturierte Nachbehandlung an. Durch gezielte physiotherapeutische Maßnahmen wird die schrittweise Wiederherstellung von Beweglichkeit, Kraft und Funktion der Schulter unterstützt.


 

Podcast zu Schulterverletzungen


Cellitinnen-Severinsklösterchen Krankenhaus der Augustinerinnen und St. Antonius (Betriebsstelle Severinsklösterchen)
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