Armfrakturen

Brüche der Oberarm- und Unterarmknochen

Grundsätzlich werden Brüche am Arm danach unterschieden, welcher Knochen und welcher Abschnitt betroffen ist.

Oberarmfraktur
Der Oberarmknochen wird als Humerus bezeichnet. Ein Bruch kann in unterschiedlichen Bereichen auftreten:

  • Oberarmkopf- bzw. Oberarmfraktur: Der Bruch befindet sich in der Nähe des Schultergelenks.
  • Humerusschaftfraktur: Der mittlere Bereich des Oberarmknochens ist gebrochen.
  • Distale Humerusfraktur: Der Bruch liegt in der Nähe des Ellenbogengelenks.
  • Insbesondere Brüche des Oberarmkopfes treten häufig nach einem Sturz auf die Schulter oder den ausgestreckten Arm auf.

Unterarmfraktur
Der Unterarm besteht aus zwei Knochen: der Speiche (Radius) und der Elle (Ulna). Beide Knochen können einzeln oder gemeinsam brechen.
Zu den häufigsten Unterarmfrakturen gehören:

  • Radiusfraktur: Bruch der Speiche
  • Ulnafraktur: Bruch der Elle
  • Radius- und Ulnafraktur: Beide Unterarmknochen sind gebrochen
  • Distale Radiusfraktur: Bruch der Speiche nahe dem Handgelenk (Sie gehört zu den häufigsten Brüchen der oberen Extremität und entsteht häufig durch einen Sturz auf die ausgestreckte Hand.)
  • Speichenkopffraktur: Bruch des Speichenkopfes am Ellenbogen

Wie entsteht ein Armbruch?

Brüche an den Armen entstehen meist durch eine plötzliche Krafteinwirkung auf den Knochen. Häufige Ursachen sind:

  • Stürze auf den ausgestreckten Arm oder die Hand
  • Sportverletzungen
  • Verkehrsunfälle
  • Stürze aus größerer Höhe
  • direkte Schläge oder andere Gewalteinwirkungen

Bei Menschen mit einer verminderten Knochendichte, beispielsweise aufgrund einer Osteoporose, kann bereits eine vergleichsweise geringe Belastung einen Knochenbruch verursachen.

Wie wird ein Armbruch diagnostiziert?

Bei Verdacht auf eine Fraktur am Arm erfolgt zunächst eine körperliche Untersuchung. Dabei werden unter anderem Schmerzen, Schwellungen, Beweglichkeit, Durchblutung und die Funktion von Nerven überprüft.
Zur Sicherung der Diagnose wird in der Regel eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. Je nach Art und Komplexität der Fraktur können zusätzlich eine Computertomografie (CT) oder andere bildgebende Verfahren erforderlich sein.

Wie wird ein Armbruch behandelt?

Die Behandlung richtet sich unter anderem danach, welcher Knochen gebrochen ist, ob die Knochenstücke verschoben sind und ob das Gelenk betroffen ist.

Konservative Behandlung
Bei stabilen und nicht oder nur gering verschobenen Brüchen kann eine Behandlung ohne Operation möglich sein. Der Arm wird beispielsweise durch einen Gips, eine Schiene oder eine andere Ruhigstellung stabilisiert.
Nach einer entsprechenden Heilungsphase kann eine physiotherapeutische Behandlung helfen, Beweglichkeit und Kraft wiederherzustellen.

Operative Behandlung
Eine Operation kann erforderlich sein, wenn der Bruch deutlich verschoben oder instabil ist, ein Gelenk betroffen ist oder eine zufriedenstellende Stellung der Knochen auf konservativem Weg nicht erreicht werden kann.
Dabei können je nach Art des Bruchs Drähte, Schrauben und Platten zum Einsatz kommen. Ist das Gelenk des Ellenbogens stark in seiner Funktionsfähigkeit eingeschränkt, kann dafür auch eine Endoprothese in Betracht gezogen werden.

Welches Verfahren im individuellen Fall zum Einsatz kommt, erörtern unsere Expertinnen und Experten der Orthopädie und Unfallchirurgie nach einer ausführlichen Untersuchung im persönlichen Gespräch.

  • Distale Radiusfraktur (handgelenksnaher Speichenbruch)

    Der Radius ist einer der beiden Knochen des Unterarms. Sein handgelenksnahes Ende wird als distaler Radius bezeichnet. Bei einer distalen Radiusfraktur bricht dieser Bereich unmittelbar vor dem Handgelenk. Die Verletzung kann unterschiedliche Formen annehmen. Entscheidend für die Behandlung sind unter anderem die Stellung der Knochenfragmente, die Stabilität der Fraktur und die Frage, ob die Gelenkfläche des Handgelenks betroffen ist.

    Eine distale Radiusfraktur entsteht häufig durch einen Sturz auf die ausgestreckte Hand. Dabei wird eine hohe Kraft auf das Handgelenk übertragen, die zum Bruch des Radius führen kann.
    Insbesondere bei Osteoporose kann ein vergleichsweise leichter Sturz zu einem Knochenbruch führen.

    Symptome einer distalen Radiusfraktur
    Ein Speichenbruch am Handgelenk verursacht meist unmittelbar Beschwerden. 
    Typische Symptome sind:

    • Starke Schmerzen im Bereich des Handgelenks

    • Schwellung und Druckempfindlichkeit

    • Eingeschränkte Beweglichkeit von Hand und Handgelenk

    • Schmerzen bei Belastung

    • Bluterguss

    • Fehlstellung des Handgelenks bei verschobenen Frakturen

    Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Durchblutungsstörungen der Hand können auf eine Beteiligung von Nerven oder Blutgefäßen hinweisen.

    Welche Behandlung notwendig ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere die Lage und Form des Bruchs, die Verschiebung der Knochenfragmente, die Stabilität des Bruchs und eine mögliche Beteiligung der Gelenkfläche.

    Konservative Behandlung einer distalen Radiusfraktur
    Ist der Bruch nicht oder nur gering verschoben und ausreichend stabil, kann eine konservative Therapie infrage kommen. Das Handgelenk wird dabei beispielsweise mit einer Schiene oder einem Gips ruhiggestellt. Bei bestimmten Brüchen kann zunächst eine Einrenkung der verschobenen Knochenfragmente erforderlich sein. 

    Operation bei distaler Radiusfraktur
    Eine operative Behandlung kann erforderlich sein, wenn der Bruch deutlich verschoben oder instabil ist oder wenn die Gelenkfläche betroffen ist und sich die Stellung nicht ausreichend erhalten lässt.
    Ein häufig eingesetztes Verfahren ist die Stabilisierung mit einer Platte und Schrauben. Ziel der Operation ist es, die Knochenfragmente möglichst anatomisch auszurichten und eine stabile Heilung zu ermöglichen.
    Welche Operationsmethode geeignet ist, hängt von dem individuellen Bruch und den persönlichen Voraussetzungen ab und wird Ihnen nach ausführlicher Untersuchung von unserem Team erläutert.

Zertifiziertes Zentrum

Oberarmbrüche bei älteren und hochbetagten Patienten behandeln wir interdisziplinär und spezialisiert im 

AltersTraumaZentrum Köln Süd-West


 

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