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Verletzungen und Erkrankungen der Hand

Die Hand ist ein komplexes Zusammenspiel aus 27 Knochen und Gelenken, Bändern, Sehnen, Muskeln und Nerven. Durch Unfälle, Verschleiß, Überlastung, Fehlbelastungen oder degenerative Veränderungen kann es zu behandlungsbedürftigen Verletzungen Erkrankungen kommen. In den Augustinerinnen Krankenhäuser steht dafür ein spezialisiertes handchirurgisches Team bereit.

Handverletzungen

  • Distale Radiusfraktur (handgelenksnaher Speichenbruch)

    Der Radius ist einer der beiden Knochen des Unterarms. Sein handgelenksnahes Ende wird als distaler Radius bezeichnet. Bei einer distalen Radiusfraktur bricht dieser Bereich unmittelbar vor dem Handgelenk. Die Verletzung kann unterschiedliche Formen annehmen. Entscheidend für die Behandlung sind unter anderem die Stellung der Knochenfragmente, die Stabilität der Fraktur und die Frage, ob die Gelenkfläche des Handgelenks betroffen ist.

    Eine distale Radiusfraktur entsteht häufig durch einen Sturz auf die ausgestreckte Hand. Dabei wird eine hohe Kraft auf das Handgelenk übertragen, die zum Bruch des Radius führen kann.
    Insbesondere bei Osteoporose kann ein vergleichsweise leichter Sturz zu einem Knochenbruch führen.

    Symptome einer distalen Radiusfraktur
    Ein Speichenbruch am Handgelenk verursacht meist unmittelbar Beschwerden. 
    Typische Symptome sind:

    • Starke Schmerzen im Bereich des Handgelenks

    • Schwellung und Druckempfindlichkeit

    • Eingeschränkte Beweglichkeit von Hand und Handgelenk

    • Schmerzen bei Belastung

    • Bluterguss

    • Fehlstellung des Handgelenks bei verschobenen Frakturen

    Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Durchblutungsstörungen der Hand können auf eine Beteiligung von Nerven oder Blutgefäßen hinweisen.

    Welche Behandlung notwendig ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere die Lage und Form der Fraktur, die Verschiebung der Knochenfragmente, die Stabilität des Bruchs und eine mögliche Beteiligung der Gelenkfläche.

    Konservative Behandlung einer distalen Radiusfraktur
    Ist der Bruch nicht oder nur gering verschoben und ausreichend stabil, kann eine konservative Therapie infrage kommen. Das Handgelenk wird dabei beispielsweise mit einer Schiene oder einem Gips ruhiggestellt. Bei bestimmten Frakturen kann zunächst eine Einrenkung der verschobenen Knochenfragmente erforderlich sein. 

    Operation bei distaler Radiusfraktur
    Eine operative Behandlung kann erforderlich sein, wenn der Bruch deutlich verschoben oder instabil ist oder wenn die Gelenkfläche betroffen ist und sich die Stellung nicht ausreichend erhalten lässt.
    Ein häufig eingesetztes Verfahren ist die Stabilisierung mit einer Platte und Schrauben. Ziel der Operation ist es, die Knochenfragmente möglichst anatomisch auszurichten und eine stabile Heilung zu ermöglichen.
    Welche Operationsmethode geeignet ist, hängt von dem individuellen Bruch und den persönlichen Voraussetzungen ab und wird Ihnen nach ausführlicher Untersuchung von unserem Team erläutert.

  • Kahnbeinbruch

    Das Kahnbein (Os scaphoideum) ist einer der acht Handwurzelknochen. Es liegt auf der Daumenseite des Handgelenks und ist wesentlich an der Kraftübertragung zwischen Unterarm und Hand beteiligt.
    Bei einem Kahnbeinbruch ist dieser Knochen teilweise oder vollständig gebrochen. Je nachdem, an welcher Stelle das Kahnbein gebrochen ist, wird unter anderem zwischen Frakturen des körperfernen und des körpernahen Anteils sowie Brüche im mittleren Bereich unterschieden. Besonders häufig liegt die Fraktur im sogenannten Kahnbeinkörper beziehungsweise in der Taille des Kahnbeins.
    Die häufigste Ursache für einen Kahnbeinbruch ist ein Sturz auf die ausgestreckte Hand. Dabei wird das Handgelenk nach hinten überstreckt und eine hohe Kraft auf das Kahnbein übertragen.

    Symptome eines Kahnbeinbruchs
    Die Beschwerden eines Kahnbeinbruchs können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Typisch sind Schmerzen auf der Daumenseite des Handgelenks, insbesondere bei Belastung.
    Mögliche Symptome sind:

    • Schmerzen am Handgelenk

    • Druckschmerz in der sogenannten Tabatière*

    • Schwellung

    • eingeschränkte Beweglichkeit

    • Schmerzen beim Abstützen

    • Schmerzen beim Greifen

    • verminderte Kraft der Hand

    • Druckempfindlichkeit über dem Kahnbein

    *Die sogenannte Tabatière, auch anatomische Tabaksgrube genannt, befindet sich auf der Daumenseite des Handgelenks. Eine Druckempfindlichkeit in diesem Bereich kann auf eine Kahnbeinverletzung hinweisen.

    Die Behandlung des Kahnbeinbruchs hängt unter anderem davon ab, wo sich der Bruch befindet, ob die Bruchstücke verschoben sind und ob das Kahnbein stabil ist.

    Konservative Behandlung eines Kahnbeinbruchs
    Bei einem stabilen und nicht verschobenen Kahnbeinbruch kann eine konservative Behandlung möglich sein. Dabei wird das Handgelenk über einen längeren Zeitraum ruhiggestellt, beispielsweise mit einem speziellen Gips oder einer Schiene.

    Operative Behandlung eines Kahnbeinbruchs
    Eine Operation des Kahnbeinbruchs kann insbesondere bei verschobenen oder instabilen Brüchen erforderlich sein. Auch bestimmte Brüche an ungünstigen Stellen des Kahnbeins können eine operative Stabilisierung notwendig machen.
    Bei der Operation werden die Knochenfragmente in ihre korrekte Position gebracht und mit einer speziellen Schraube stabilisiert. Ziel ist es, eine möglichst gute knöcherne Heilung und eine stabile Funktion des Handgelenks zu erreichen.

    Welche Methode im individuellen Fall infrage kommt, erläutern unsere Handexpertinnen und -experten nach einer ausführlichen Untersuchung.
     

  • Mittelhandbruch (Metakarpalfraktur)

    Die Mittelhand besteht aus fünf Mittelhandknochen, den sogenannten Metakarpalia. Jeder Mittelhandknochen steht über das entsprechende Fingergrundgelenk mit einem Finger in Verbindung. Bei einem Mittelhandbruch kann der Knochen an unterschiedlichen Stellen betroffen sein:

    • an der Basis des Mittelhandknochens

    • im Schaft

    • am Übergang zum Köpfchen

    • am Mittelhandköpfchen

    Der Bruch kann dabei stabil oder instabil, verschoben oder nicht verschoben sowie außerhalb oder innerhalb eines Gelenks gelegen sein.
    Eine besondere Bedeutung haben Brüche des ersten Mittelhandknochens am Daumen sowie Verletzungen der Mittelhandköpfchen, da Fehlstellungen hier die Funktion der Hand erheblich beeinträchtigen können.
    Mittelhandbrüche entstehen häufig durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung, wie z.B. Sportverletzungen, Stürze, Schläge auf die Hand oder Quetschverletzungen. Eine häufige Verletzung ist der sogenannte Boxerbruch. Dabei handelt es sich meist um einen Bruch des fünften Mittelhandknochens, der beispielsweise nach einem Schlag mit der Faust auftreten kann.

    Symptome eines Mittelhandbruchs
    Ein Mittelhandbruch verursacht häufig unmittelbar nach dem Unfall Schmerzen und eine Schwellung der Hand. Je nach Ausmaß der Verletzung können weitere Symptome auftreten.
    Typische Beschwerden sind:

    • Schmerzen an der Mittelhand

    • Schwellung und Bluterguss

    • Druck- und Bewegungsschmerzen

    • Eingeschränkte Beweglichkeit der Finger

    • Schmerzen beim Greifen

    • Verminderte Kraft der Hand

    • Fehlstellung oder Verkürzung eines Fingers

    • Auffällige Stellung eines Fingergrundgelenks

    • Verkürzte oder abgesunkene Kontur des Mittelhandköpfchens

    Die Therapie richtet sich unter anderem danach, welcher Mittelhandknochen betroffen ist, wo genau die Fraktur liegt und ob eine Verschiebung oder Instabilität vorliegt.

    Konservative Behandlung eines Mittelhandbruchs
    Nicht verschobene und ausreichend stabile Mittelhandfrakturen können häufig konservativ behandelt werden. Je nach Verletzung kommen beispielsweise eine Schiene, ein Gips oder eine andere Form der Ruhigstellung zum Einsatz.
    Die Dauer der Ruhigstellung wird individuell festgelegt. Eine zu lange Immobilisierung sollte vermieden werden, da dadurch die Beweglichkeit der Finger beeinträchtigt werden kann.
    Nach der erforderlichen Stabilisierung beginnt die schrittweise Mobilisation. Physiotherapie und Eigenübungen können dabei helfen, Beweglichkeit und Kraft wiederherzustellen.

    Operation bei Mittelhandbruch
    Eine Operation kann erforderlich sein, wenn der Bruch deutlich verschoben oder instabil ist. Auch ausgeprägte Fehlstellungen, Rotationsabweichungen, bestimmte Gelenkfrakturen oder offene Verletzungen können eine operative Versorgung erforderlich machen.
    Zur Stabilisierung stehen je nach Bruch beispielsweise zur Verfügung:

    • Schrauben

    • Platten und Schrauben

    • Drähte

    • Andere Osteosyntheseverfahren

    Das Ziel der Operation ist eine möglichst korrekte Wiederherstellung der Knochenstellung und eine stabile Versorgung, die eine anschließende funktionelle Nachbehandlung ermöglicht.
    Welche Methode im individuellen Fall infrage kommt, klären die handchirurgischen Expertinnen und Experten nach ausführlicher Untersuchung in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen. 

  • Verletzungen der Sehnen, Bänder und Gelenkkapseln an der Hand

    Sehnenverletzungen an der Hand können die Beweglichkeit und Funktion von Fingern und Daumen erheblich beeinträchtigen. Besonders häufig betroffen sind die Strecksehnen und Beugesehnen der Finger. Auch Verletzungen der Gelenkkapseln und Bänder können nach einem Unfall zu Schmerzen, Instabilität und Bewegungseinschränkungen führen.
    Da Sehnen und Bänder für die präzise Funktion der Hand eine zentrale Rolle spielen, ist eine frühzeitige und genaue Diagnose wichtig. Je nach Art und Ausmaß der Verletzung kommen eine konservative Behandlung, eine Schienenversorgung oder eine operative Rekonstruktion infrage.

    Die Bewegungen der Finger und des Daumens werden durch ein komplexes Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen, Gelenken, Bändern und Gelenkkapseln ermöglicht. Die Strecksehnen verlaufen überwiegend auf der Rückseite der Hand und ermöglichen das Strecken von Fingern und Daumen. Die Beugesehnen befinden sich an der Handinnenfläche und führen die Finger in die Beugung.
    Bänder und Gelenkkapseln stabilisieren die einzelnen Gelenke. Sie begrenzen unerwünschte Bewegungen und sorgen dafür, dass die Gelenke bei Belastung sicher geführt werden. Eine Verletzung einer dieser Strukturen kann deshalb die gesamte Funktion eines Fingers beeinträchtigen.

    Sehnen- und Bandverletzungen entstehen häufig durch Schnitt- oder Stichverletzungen, Quetschungen oder eine plötzlich auftretende Überlastung.
    Nicht jede Sehnenverletzung ist äußerlich sofort erkennbar. Auch bei einer scheinbar kleinen Wunde kann eine tiefer liegende Sehne verletzt sein.

    Strecksehnenverletzungen

    Die Strecksehnen ermöglichen das aktive Strecken der Finger und des Daumens. Eine Verletzung kann dazu führen, dass ein Finger nicht mehr vollständig gestreckt werden kann. Strecksehnenverletzungen können an unterschiedlichen Stellen auftreten. Je nach Lokalisation unterscheiden sich Beschwerden und Behandlung.

    Symptome einer Strecksehnenverletzung
    Typische Beschwerden einer Strecksehnenverletzung sind:

    • Unfähigkeit oder Einschränkung der aktiven Streckung eines Fingers

    • Schmerzen

    • Schwellung

    • Bluterguss

    • Druckempfindlichkeit

    • Fehlstellung eines Fingergelenks

    • Kraftverlust

    Eine typische Verletzung am Endgelenk des Fingers ist der sogenannte Mallet Finger (Hammerfinger). Dabei ist die Strecksehne am Endgelenk verletzt. Die Fingerkuppe kann dadurch nicht mehr aktiv vollständig gestreckt werden.
    Auch Verletzungen der Strecksehnen im Bereich des Mittel- oder Grundgelenks können zu charakteristischen Fehlstellungen führen.

    Behandlung von Strecksehnenverletzungen
    Die Behandlung hängt unter anderem davon ab, ob die Sehne vollständig oder teilweise gerissen ist und an welcher Stelle die Verletzung liegt.
    Bei bestimmten Verletzungen kann eine konsequente Schienenbehandlung ausreichend sein. Dabei wird das betroffene Gelenk über einen definierten Zeitraum in einer bestimmten Position ruhiggestellt.
    Bei offenen Verletzungen, vollständigen Sehnenrissen oder bestimmten verschobenen Verletzungen kann eine operative Versorgung erforderlich sein. Dabei wird die Sehne wieder adaptiert oder rekonstruiert.

    Beugesehnenverletzungen

    Die Beugesehnen ermöglichen das Beugen der Finger und des Daumens. Sie sind für das Greifen und viele alltägliche Bewegungen unverzichtbar.
    Beugesehnen können insbesondere durch tiefe Schnittverletzungen beschädigt werden. Auch Quetsch- oder Sportverletzungen können zu Schäden führen.

    Symptome einer Beugesehnenverletzung
    Je nach betroffener Sehne und Verletzungshöhe kann die Beugung eines oder mehrerer Fingergelenke eingeschränkt oder nicht mehr möglich sein.
    Typische Symptome sind:

    • Fehlende oder eingeschränkte aktive Beugung

    • Schmerzen

    • Schwellung

    • Wunde an der Hand oder am Finger

    • Kraftverlust beim Greifen

    • Druckempfindlichkeit

    • Sensibilitätsstörungen bei zusätzlicher Nervenverletzung

    Eine wichtige Unterscheidung ist, ob die tiefe oder oberflächliche Beugesehne betroffen ist. Die tiefe Beugesehne ermöglicht insbesondere die Beugung des Endgelenks, während die oberflächliche Beugesehne vor allem für die Beugung des Mittelgelenks verantwortlich ist.

    Behandlung einer Beugesehnenverletzung
    Bei einem vollständigen Riss einer Beugesehne ist häufig eine operative Versorgung erforderlich. Die verletzten Sehnenenden werden dabei möglichst stabil miteinander verbunden.
    Nach der Operation folgt eine individuell abgestimmte Nachbehandlung. In vielen Fällen wird eine spezielle Schiene eingesetzt, die die reparierte Sehne schützt und gleichzeitig kontrollierte Bewegungen ermöglicht.

    Kapsel-Band-Schädigung an der Hand

    Neben Sehnen können bei Verletzungen auch die Gelenkkapseln und Bänder der Finger geschädigt werden. Besonders häufig betrifft dies die Fingergelenke nach einer Überdehnung oder Ausrenkung. Typische Verletzungen sind beispielsweise Seitenbandverletzungen oder Verletzungen der Gelenkkapsel.

    Symptome einer Kapsel-Band-Verletzung
    Eine Kapsel- oder Bandverletzung kann sich unter anderem durch folgende Beschwerden bemerkbar machen:

    • Schmerzen am betroffenen Gelenk

    • Schwellung

    • Bluterguss

    • Bewegungseinschränkung

    • Druckempfindlichkeit

    • Instabilitätsgefühl

    • Schmerzen bei Belastung oder seitlicher Bewegung

    Bei einer ausgeprägten Bandverletzung kann das betroffene Gelenk instabil sein.

    Behandlung von Kapsel- und Bandverletzungen
    Die Behandlung richtet sich nach dem betroffenen Gelenk und dem Ausmaß der Verletzung. Stabile Verletzungen können häufig konservativ behandelt werden. Dazu können eine zeitlich begrenzte Ruhigstellung, eine Schienenversorgung und anschließend eine gezielte Mobilisation gehören. Bei instabilen Verletzungen, knöchernen Bandausrissen oder bestimmten komplexen Verletzungen kann eine operative Behandlung erforderlich sein. Für jegliche Art der Verletzungen an der Hand sind unsere handchirurgischen Expertinnen und Experten Ihre Ansprechpartner.

  • Skapholunäre Bandverletzung (SLD)

    Das skapholunäre Band verbindet das Kahnbein mit dem Mondbein. Es gehört zu den wichtigen stabilisierenden Bändern der Handwurzel und trägt dazu bei, dass sich die Handwurzelknochen bei Bewegungen des Handgelenks koordiniert gegeneinander bewegen.
    Bei einer SLD (scapholunate dissociation) ist diese Verbindung beeinträchtigt. Die Verletzung kann beispielsweise durch einen Sturz auf die ausgestreckte Hand entstehen. Dabei wirken starke Kräfte auf die Handwurzel, wodurch das skapholunäre Band überdehnt oder gerissen werden kann.
    Je nach Verletzung können weitere Bandstrukturen und Teile der Handwurzel beteiligt sein. Neben akuten Verletzungen gibt es auch chronische oder degenerative Veränderungen des skapholunären Bandapparates. Eine zunächst übersehene Bandverletzung kann im weiteren Verlauf zu einer zunehmenden Instabilität führen.

    Symptome einer skapholunären Bandverletzung
    Die Beschwerden können je nach Ausmaß der Verletzung unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Häufig treten Schmerzen auf der Daumenseite des Handgelenks auf.
    Typische Symptome sind:

    • Schmerzen bei Belastung des Handgelenks

    • Druckschmerz im Bereich der Handwurzel

    • Schwellung nach einem Unfall

    • Schmerzen bei bestimmten Bewegungen

    • Eingeschränkte Beweglichkeit

    • Verminderte Belastbarkeit und Griffkraft

    • Gefühl von Instabilität oder Unsicherheit im Handgelenk

    • Knack- oder Schnappphänomene bei Bewegungen

    Bei einer frischen Verletzung können die Beschwerden zunächst relativ unspezifisch sein.

    Die Therapie richtet sich nach dem Zeitpunkt der Verletzung, dem Ausmaß des Bandschadens, der Stabilität des Handgelenks und möglichen Begleitverletzungen.

    Konservative Behandlung der skapholunären Bandverletzung
    Bei bestimmten Teilverletzungen oder stabilen Befunden kann eine konservative Therapie möglich sein. Dazu gehören insbesondere:

    • Ruhigstellung des Handgelenks

    • Entlastung und anschließende schrittweise Mobilisation

    • Physiotherapie

    • Anpassung der Belastung an den Heilungsverlauf

    Ob eine konservative Behandlung ausreicht, muss anhand der individuellen Verletzung beurteilt werden.

    Operative Behandlung der skapholunären Bandverletzung
    Bei vollständigen Bandrupturen mit Instabilität kann eine operative Behandlung erforderlich sein. Insbesondere bei frischen Verletzungen kann das Ziel darin bestehen, die normale Beziehung zwischen Kahnbein und Mondbein wiederherzustellen und die Bandstrukturen zu stabilisieren.
    Je nach Befund kommen unterschiedliche operative Verfahren infrage. Dazu gehören beispielsweise eine direkte Bandrekonstruktion, eine vorübergehende Stabilisierung mit Drähten oder Schrauben beziehungsweise eine Rekonstruktion des Bandapparates.
    Bei länger bestehenden Verletzungen können andere rekonstruktive Verfahren notwendig werden. Wenn bereits deutliche Verschleißveränderungen des Handgelenks entstanden sind, kommen abhängig vom Befund auch gelenkerhaltende oder gelenkersetzende beziehungsweise gelenkversteifende Verfahren infrage.

    Welches Verfahren im individuellen Verfahren am besten passt, besprechen unsere handchirurgischen Expertinnen und Experten nach einer ausführlichen Untersuchung mit Ihnen.

  • Skidaumen (Verletzung des ulnaren Seitenbandes)

    Als Skidaumen wird ein Riss oder eine Verletzung des ulnaren Seitenbandes (UCL) am Daumengrundgelenk bezeichnet. Das Seitenband befindet sich an der dem Zeigefinger zugewandten Seite des Daumengrundgelenks und sorgt dafür, dass der Daumen bei Belastungen ausreichend stabil bleibt. Wird das Band durch eine plötzliche Krafteinwirkung überdehnt, kann es zu einer Bänderdehnung, einem Teilriss oder einem vollständigen Bänderriss kommen.

    Der Begriff Skidaumen geht darauf zurück, dass diese Verletzung häufig durch einen Sturz beim Skifahren entsteht. Dabei kann der Daumen beispielsweise an der Schlaufe eines Skistocks hängen bleiben und durch die Krafteinwirkung nach außen gedrückt werden.
    Die Verletzung kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Während das Band bei einer leichten Verletzung lediglich überdehnt wird, kann es bei stärkerer Krafteinwirkung teilweise oder vollständig reißen.

    Symptome eines Skidaumens
    Typische Symptome treten meist unmittelbar nach dem Unfall auf. Dazu gehören insbesondere:

    • Schmerzen am Daumengrundgelenk

    • Schwellung

    • Druckempfindlichkeit an der Innenseite des Daumens

    • Bluterguss

    • eingeschränkte Beweglichkeit des Daumens

    • Schmerzen beim Greifen und Halten von Gegenständen

    • Instabilitätsgefühl im Daumengrundgelenk

    • verminderte Kraft beim Zugreifen

    Bei einem vollständigen Riss des Seitenbandes kann sich der Daumen deutlich instabil anfühlen. Auch alltägliche Bewegungen wie das Öffnen einer Flasche oder das Greifen kleiner Gegenstände können dadurch erschwert sein.

    Die Behandlung richtet sich danach, ob das Seitenband lediglich überdehnt, teilweise gerissen oder vollständig durchtrennt ist. Auch die Stabilität des Daumengrundgelenks und mögliche Begleitverletzungen spielen eine wichtige Rolle.

    Konservative Behandlung eines Skidaumens
    Bei einer Bänderdehnung oder einem stabilen Teilriss kann häufig eine konservative Behandlung erfolgen. Dabei wird der Daumen für einen bestimmten Zeitraum ruhiggestellt, beispielsweise mit einer speziellen Daumenschiene oder einem Gips.
    Durch die Ruhigstellung soll das verletzte Seitenband ausreichend Zeit zur Heilung erhalten. Anschließend wird die Beweglichkeit des Daumens schrittweise wieder aufgebaut. Physiotherapeutische oder ergotherapeutische Maßnahmen können dabei unterstützen.

    Operative Behandlung eines Skidaumens
    Bei einem vollständigen Riss des ulnaren Seitenbandes und einer deutlichen Instabilität des Daumengrundgelenks kann eine Operation notwendig sein. Dies gilt insbesondere bei bestimmten Bandabrissen, bei denen das gerissene Band seine ursprüngliche Position verlassen hat und dadurch eine regelrechte Heilung erschwert sein kann. Während der Operation wird das verletzte Seitenband wieder an seiner ursprünglichen Position befestigt.

Erkrankungen der Hand

  • Arthrose an der Hand: Fingerarthrose und Handgelenksarthrose

    Bei einer Arthrose kommt es zu einem fortschreitenden Verschleiß des Gelenkknorpels. Der Knorpel überzieht normalerweise die Gelenkflächen und sorgt dafür, dass sich die Knochen nahezu reibungslos gegeneinander bewegen können. Mit zunehmender Arthrose wird die Knorpelschicht dünner und unregelmäßiger. Im weiteren Verlauf können die Gelenkflächen stärker belastet werden. Dadurch können Schmerzen, Entzündungsreaktionen und Bewegungseinschränkungen entstehen.

    An der Hand können unterschiedliche Gelenke betroffen sein. Zu den häufigsten Formen gehören:

    • Fingerarthrose an den End- oder Mittelgelenken
      Bei einer Fingerarthrose sind vor allem die kleinen Gelenke der Finger betroffen. Die Arthrose kann sowohl die Fingermittelgelenke als auch die Fingerendgelenke betreffen. Eine Arthrose der Endgelenke wird als Heberden-Arthrose bezeichnet, während eine Arthrose der Mittelgelenke als Bouchard-Arthrose bekannt ist. Typische Beschwerden können Schmerzen bei Belastung, Morgensteifigkeit, Schwellungen der Fingergelenke, eingeschränkte Beweglichkeit, Druckempfindlichkeit, zunehmende Verformung der Gelenke und Schwierigkeiten beim Greifen und bei feinmotorischen Tätigkeiten sein. Im Verlauf können sich an den betroffenen Fingergelenken knöcherne Verdickungen bilden.
    • Daumensattelgelenksarthrose
      Eine häufige Form der Arthrose an der Hand ist die Rhizarthrose, also die Arthrose des Daumensattelgelenks. Das Daumensattelgelenk ermöglicht zahlreiche Bewegungen des Daumens und ist deshalb für Greif- und Pinzettengriffe besonders wichtig. Bei einer Daumensattelgelenksarthrose können Schmerzen insbesondere beim Öffnen von Flaschen oder Gläsern, Aufdrehen von Schraubverschlüssen, Greifen und Halten von Gegenständen, Schreiben und Ausführen von feinmotorischen Tätigkeiten auftreten.
    • Arthrose am Handgelenk
      Eine Handgelenksarthrose ist im Vergleich zur Fingerarthrose weniger häufig. Sie kann beispielsweise nach Verletzungen, Knochenbrüchen oder Bandverletzungen entstehen. Auch eine länger bestehende Fehlstellung oder bestimmte Erkrankungen können zu einem Verschleiß des Handgelenks führen. Typische Beschwerden einer Handgelenksarthrose sind  Schmerzen bei Belastung, Drehbewegungen und Abstützen, Bewegungseinschränkung und eingeschränkte Kraft, Steifigkeit und Schwellungen. Bei einer fortgeschrittenen Arthrose kann die Beweglichkeit des Handgelenks deutlich eingeschränkt sein.
    • Arthrose einzelner Gelenke nach Verletzungen oder Operationen

     

    Wie entsteht Arthrose an der Hand?
    Eine Arthrose kann verschiedene Ursachen haben. Der altersbedingte Verschleiß spielt eine Rolle, ist jedoch nicht die einzige Ursache. Mögliche Ursachen und Risikofaktoren sind:

    • zunehmendes Lebensalter

    • familiäre Veranlagung

    • wiederholte starke Belastung der Hand

    • frühere Verletzungen

    • Knochenbrüche im Bereich der Hand oder des Handgelenks

    • Bandverletzungen

    • Fehlstellungen

    • entzündliche Gelenkerkrankungen

    • vorausgegangene Operationen

    Insbesondere eine posttraumatische Arthrose kann Jahre nach einer Verletzung entstehen.
    Die Behandlung richtet sich danach, welches Gelenk betroffen ist, wie weit die Arthrose fortgeschritten ist und wie stark die Beschwerden den Alltag beeinträchtigen. Zunächst stehen in der Regel konservative Behandlungsmöglichkeiten im Vordergrund.

    Konservative Behandlung von Arthrose der Hand
    Zu den möglichen Maßnahmen gehören:

    • gezielte Bewegungs- und Physiotherapie

    • Ergotherapie

    • gelenkschonende Belastung

    • Wärme- oder Kälteanwendungen

    • spezielle Schienen und Bandagen

    • Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente

    • gegebenenfalls Injektionen in das betroffene Gelenk

    Ziel der konservativen Behandlung ist es, Schmerzen zu reduzieren, die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten und die Hand im Alltag funktionell zu halten.

    Operative Behandlung von Arthrose der Hand
    Wenn die Beschwerden trotz konservativer Behandlung bestehen bleiben und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigt ist, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Welche Operation geeignet ist, hängt wesentlich vom betroffenen Gelenk ab. Je nach Ausgangssituation kommen beispielsweise gelenkerhaltende Eingriffe, Versteifungen oder Gelenkersatzverfahren infrage.

    Bei einer fortgeschrittenen Arthrose des Daumensattelgelenks kann beispielsweise eine operative Behandlung der Rhizarthrose durchgeführt werden. Bei einer schweren Handgelenksarthrose können je nach Befund unterschiedliche rekonstruktive oder gelenkersetzende Verfahren infrage kommen.

    Welches Verfahren im individuellen Fall am besten passt, besprechen unsere handchirurgischen Expertinnen und Experten nach einer ausführlichen Untersuchung mit Ihnen.

  • Ganglion (Überbein)

    Ein Ganglion ist eine gutartige Zyste des Bindegewebes, die mit einer zähflüssigen, gelartigen Flüssigkeit gefüllt ist. Häufig tritt es an einem Gelenk oder einer Sehnenscheide auf. Umgangssprachlich wird ein Ganglion häufig auch als Überbein bezeichnet. Dies ist jedoch irreführend, da es sich nicht um eine knöcherne Veränderung handelt. Ganglien entstehen besonders häufig an der Hand und am Handgelenk. Je nach Lage werden sie beispielsweise als Handgelenksganglion, Fingerganglion oder Ringbandganglion bezeichnet.

    Wie entsteht ein Ganglion?
    Die genaue Ursache für die Entstehung eines Ganglions ist nicht immer bekannt. Häufig entsteht es im Zusammenhang mit einer Schwachstelle der Gelenkkapsel oder einer Sehnenscheide. Durch diese kann Gelenkflüssigkeit austreten und sich in einer Zyste sammeln.

    Mögliche begünstigende Faktoren können sein:

    • wiederkehrende Belastungen eines Gelenks

    • einseitige oder intensive Beanspruchung

    • Reizungen oder Entzündungen im Bereich eines Gelenks

    • Verletzungen oder frühere Operationen

    • Veränderungen der Gelenkkapsel

    Ein Ganglion kann jedoch auch ohne erkennbare Ursache entstehen.

    Welche Symptome verursacht ein Ganglion?
    Ein Ganglion kann völlig beschwerdefrei sein und lediglich als kleine Beule auffallen. Die Beschwerden hängen vor allem von der Größe und der Lage des Ganglions ab.
    Mögliche Symptome sind:

    • sichtbare oder tastbare Beule

    • Druckgefühl

    • Schmerzen bei Belastung oder Bewegung

    • Bewegungseinschränkung

    • Spannungsgefühl

    • Druckempfindlichkeit

    • Kraftverlust der betroffenen Hand

    • Reizung oder Druck auf umliegende Nerven

    Die Größe eines Ganglions kann sich verändern. Manche Ganglien werden unter Belastung größer und erscheinen in Ruhe wieder kleiner.

    Wie wird ein Ganglion behandelt?
    Nicht jedes Ganglion muss behandelt werden. Wenn es keine Beschwerden verursacht, kann häufig zunächst abgewartet werden. Ganglien können sich in manchen Fällen von selbst zurückbilden. Bei Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, wiederkehrenden Beschwerden oder einer störenden Größe stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

    • Beobachtung und Schonung
      Bei einem beschwerdefreien oder nur gering ausgeprägten Ganglion kann zunächst eine konservative Behandlung erfolgen. Eine vorübergehende Schonung kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn das Ganglion durch wiederholte Belastungen Beschwerden verursacht wird.

    • Punktion eines Ganglions
      Eine weitere Möglichkeit ist die Punktion. Dabei wird die Flüssigkeit mit einer feinen Nadel aus dem Ganglion entfernt.
      Allerdings bleibt die Verbindung zur Gelenkkapsel oder Sehnenscheide häufig bestehen. Deshalb kann sich ein Ganglion nach einer Punktion erneut bilden.

    • Operative Entfernung
      Bei wiederkehrenden Beschwerden oder einem ausgeprägten Ganglion kann eine operative Entfernung in Betracht gezogen werden. Dabei wird nicht nur die Zyste selbst, sondern nach Möglichkeit auch die Verbindung zum Gelenk oder zur Sehnenscheide entfernt beziehungsweise behandelt. Ziel der Operation ist es, das Ganglion vollständig zu entfernen und dadurch die Beschwerden zu lindern. Trotz sorgfältiger Entfernung kann ein Ganglion in manchen Fällen erneut auftreten.

    Welche Maßnahme bei einem Ganglion erforderlich ist, hängt ganz von der Ausprägung und den Symptomen, die es verursacht, ab und wird nach ausgiebiger Untersuchung in einem individuellen Beratungsgespräch von unseren handchirurgischen Expertinnen und Experten erörtert.

  • Karpaltunnelsyndrom

    Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schmerzen in der Hand – insbesondere nachts – können auf ein Karpaltunnelsyndrom hinweisen. Dabei wird der sogenannte Medianusnerv (Mittelnerv) im Bereich des Handgelenks eingeengt. Die Beschwerden können zunächst nur gelegentlich auftreten, sich im weiteren Verlauf jedoch verstärken und sogar die Kraft und Beweglichkeit der Hand beeinträchtigen.
    Der Karpaltunnel ist ein enger Durchgang an der Innenseite des Handgelenks. Durch ihn verlaufen mehrere Sehnen sowie der Mittelnerv, der unter anderem für die Empfindung von Daumen, Zeige-, Mittel- und Teilen des Ringfingers verantwortlich ist.
    Kommt es im Karpaltunnel zu einer Schwellung oder einer anderen Einengung, steigt der Druck auf den Mittelnerv. Dadurch kann seine Funktion beeinträchtigt werden – es entsteht ein Karpaltunnelsyndrom (KTS).
    In vielen Fällen lässt sich nicht eindeutig feststellen, warum ein Karpaltunnelsyndrom entsteht. Verschiedene Faktoren können jedoch das Risiko erhöhen. Dazu gehören beispielsweise eine starke oder wiederholte Belastung des Handgelenks, bestimmte Erkrankungen sowie Veränderungen im Gewebe.
    Auch Verletzungen oder Entzündungen können zu einer Einengung des Karpaltunnels führen. Während einer Schwangerschaft kann eine vermehrte Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe die Beschwerden begünstigen.

    Wie fühlt sich ein Karpaltunnelsyndrom an?

    Die Beschwerden eines Karpaltunnelsyndroms sind häufig zunächst leicht und treten nur gelegentlich auf. Typisch sind insbesondere Kribbeln, Taubheitsgefühle und Schmerzen in der Hand.
    Häufig betroffen sind:

    • Daumen 

    • Zeigefinger 

    • Mittelfinger 

    • teilweise der Ringfinger 

    Ein charakteristisches Anzeichen ist, dass die Hand nachts „einschläft“. Viele Betroffene wachen dadurch auf und versuchen, die Hand auszuschütteln oder zu bewegen, wodurch die Beschwerden häufig vorübergehend nachlassen.
    Neben Kribbeln und Taubheit können Schmerzen auftreten, die sich teilweise von der Hand in den Unterarm ausbreiten. Im weiteren Verlauf können die Beschwerden häufiger und intensiver werden. Bei einem fortgeschrittenen Karpaltunnelsyndrom können außerdem die Handkraft und die Feinmotorik nachlassen. In schweren Fällen kann sich sogar die Muskulatur am Daumenballen zurückbilden.

    Risikofaktoren und mögliche Ursachen für das Karpaltunnelsyndrom
    Zu den Faktoren, die mit einem erhöhten Risiko für ein Karpaltunnelsyndrom verbunden sind, gehören unter anderem:

    • Diabetes mellitus 

    • rheumatische Erkrankungen 

    • Verletzungen am Handgelenk 

    • wiederholte Sehnenscheidenentzündungen 

    • Schwangerschaft 

    • starke oder wiederholte Belastungen des Handgelenks 

    • Tätigkeiten mit starken Vibrationen 
       

    Diagnose des Karpaltunnelsyndroms
    Eine wichtige Untersuchungsmethode ist die Elektroneurographie. Dabei wird überprüft, wie gut der Nerv elektrische Signale weiterleitet. So lässt sich feststellen, ob und in welchem Ausmaß die Nervenfunktion beeinträchtigt ist.

    Wie wird ein Karpaltunnelsyndrom behandelt?
    Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Stärke und Dauer der Beschwerden sowie vom Ausmaß der Nerveneinengung ab.

    • Konservativ Behandlung des Karpaltunnelsyndroms
      Bei leichten bis mittelstarken Beschwerden kann zunächst eine Handgelenkschiene eingesetzt werden. Sie wird insbesondere nachts getragen und soll verhindern, dass das Handgelenk stark abgeknickt wird. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, Belastungen zu reduzieren oder anzupassen, die Beschwerden verstärken. Eine Kortisoninjektion in den Karpaltunnel kann die Beschwerden ebenfalls vorübergehend lindern. Die Wirkung ist allerdings meist nicht dauerhaft.

    • Operative Behandlung des Karpaltunnelsyndroms
      Bei stärkeren, anhaltenden oder fortschreitenden Beschwerden kann eine Operation des Karpaltunnelsyndroms infrage kommen. 
      Bei der Operation wird das Karpalband, das den Karpaltunnel nach oben begrenzt, durchtrennt. Dadurch erhält der Mittelnerv wieder mehr Platz und der Druck auf den Nerv wird reduziert.

  • Loge de Guyon-Syndrom

    Die Loge de Guyon (auch Guyon-Loge) ist ein anatomischer Durchtrittskanal am Handgelenk, auf der Kleinfingerseite der Handfläche. Durch sie verlaufen der Ellennerv (Nervus ulnaris) und die Ellenschlagader (arteria ulnaris). Ähnlich wie beim Karpaltunnelsyndrom kann es auch bei der Loge de Guyon zu einer Schwellung/Verengung kommen - man spricht dann vom Loge de Guyon-Syndrom. 
    Typische Beschwerden sind Kribbeln oder Taubheitsgefühl am kleinen Finger und am Ringfinger und/oder Schmerzen an der Handfläche. Ist die Schädigung besonders stark, können Muskeln geschwächt sein und die Greifkraft nachlassen.

    Behandlung des Loge de Guyon-Syndrom
    Zunächst kann es helfen, den Druck auf den Ulnarisnerv zu reduzieren. Dabei können das Tragen einer Schiene und gegebenenfalls Physiotherapie helfen. Halten die Schmerzen weiterhin an und wurde eventuell sogar eine Nervenschädigung festgestellt, kann eine operative Dekompression das Mittel der Wahl sein. Dabei wird die Loge geöffnet und umliegendes einschnürendes Gewebe gelöst oder durchtrennt. Ist ein Ganglion Ursache oder liegt gleichzeitig vor, wird dieses ebenfalls im Rahmen des Eingriffes entfernt.

  • Morbus Dupuytren (Dupuytren-Krankheit)

    Beim Morbus Dupuytren, auch Dupuytren-Krankheit oder Dupuytren-Kontraktur genannt, handelt es sich um eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes der Hand. Die Palmarfaszie, die normalerweise für Stabilität und Beweglichkeit der Hand sorgt, verdickt sich und bildet zunächst häufig kleine Knoten. Im weiteren Verlauf können daraus feste Bindegewebsstränge entstehen. Diese Stränge verkürzen sich zunehmend und ziehen die Finger in Richtung Handfläche. Es entsteht eine sogenannte Beugekontraktur. Die betroffenen Finger lassen sich dann nicht mehr vollständig strecken.

    Welche Symptome verursacht Morbus Dupuytren?
    Die Erkrankung entwickelt sich häufig langsam über mehrere Jahre. Zu Beginn bemerken Betroffene meist einen kleinen, festen Knoten in der Handfläche. Dieser kann sich zunächst kaum bemerkbar machen.
    Mit fortschreitender Erkrankung können sich typische Symptome entwickeln:

    • tastbare Knoten in der Handinnenfläche 

    • verhärtete Bindegewebsstränge 

    • zunehmende Einschränkung der Fingerbeweglichkeit 

    • Schwierigkeiten beim vollständigen Strecken der Finger 

    • Beugefehlstellung einzelner Finger 

    • Probleme beim Greifen und bei alltäglichen Tätigkeiten 

    • Schwierigkeiten, die Hand flach auf eine Oberfläche zu legen 

    Typischerweise sind der Ringfinger und der kleine Finger betroffen. Die Erkrankung kann jedoch auch andere Finger oder beide Hände betreffen.

    Wie wird Morbus Dupuytren behandelt?
    Welche Behandlung bei Morbus Dupuytren sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Stadium der Erkrankung, der Ausprägung der Beugekontraktur und den individuellen Beschwerden ab.
    Bei einer deutlichen Einschränkung der Fingerstreckung kann eine operative Behandlung infrage kommen. Ziel der Operation ist es, die krankhaft veränderten Bindegewebsstränge zu entfernen oder zu durchtrennen und dadurch die Beweglichkeit der betroffenen Finger zu verbessern. Eine häufig angewendete Methode ist die partielle Fasziektomie. Dabei werden die erkrankten Anteile der Palmarfaszie chirurgisch entfernt.

    Welche Operationsmethode geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, welche Bereiche der Hand betroffen sind, wie ausgeprägt die Kontraktur ist und ob bereits Vorbehandlungen stattgefunden haben. Dies besprechen unsere Hand-Expertinnen und -Experten in einem ausführlichen Beratungsgespräch.

  • Schnappfinger/Schnappdaumen

    Ein Schnappfinger oder Schnappdaumen ist eine häufige Erkrankung der Hand. Betroffene bemerken typischerweise, dass ein Finger oder der Daumen beim Beugen oder Strecken hakt, blockiert oder plötzlich schnellt. Dieses Phänomen wird deshalb auch als „schnellender Finger“ bezeichnet.
    Medizinisch spricht man von einer Tendovaginitis stenosans. Ursache ist in der Regel eine Einengung der Beugesehne im Bereich des A1-Ringbandes, also dem, das sich am Übergang von der Handfläche zum Finger befindet und dort eigentlich dafür sorgt, dass die Beugesehne direkt am Knochen des Fingers hält. Durch die Einengung kann die Sehne jedoch nicht mehr frei durch die Sehnenscheide oder Ringbandführung gleiten. Durch eine Verdickung oder Reizung der Sehne beziehungsweise des umliegenden Gewebes entsteht eine Engstelle. Die Sehne bleibt beim Beugen oder Strecken kurz hängen und gleitet anschließend ruckartig durch die Engstelle. Dadurch entsteht das typische Schnappen des Fingers. Ein Schnappfinger kann grundsätzlich an verschiedenen Fingern auftreten. Besonders häufig betroffen sind der Daumen, Mittel- und Ringfinger.

    Typische Beschwerden eines Schnappfingers

    • Schnappen oder Haken des Fingers oder Daumens beim Beugen und Strecken

    • Schmerzen an der Beugeseite des Finger- oder Daumengrundgelenks

    • Druckempfindlichkeit an der Handinnenseite

    • ein tastbarer kleiner Knoten im Bereich der Beugesehne

    • morgendliche Steifigkeit

    • bei stärkerer Ausprägung eine vorübergehende Blockierung des Fingers oder Daumens

    Der Finger oder Daumen kann sich dabei manchmal nur mit zusätzlicher Kraft oder mithilfe der anderen Hand strecken lassen.
    Das Schnappen kann anfangs nur bei bestimmten Bewegungen auftreten. Später kann der Finger dauerhaft in einer gebeugten Position hängen bleiben.

    Wie entsteht ein Schnappfinger?
    Die genaue Ursache lässt sich nicht immer feststellen. Bestimmte Faktoren können das Auftreten begünstigen. Dazu gehören beispielsweise:

    • wiederholte Belastungen der Hand

    • bestimmte handwerkliche oder berufliche Tätigkeiten

    • Diabetes mellitus

    • entzündlich-rheumatische Erkrankungen

    • andere Erkrankungen der Hand

    • vorausgegangene Verletzungen

    Ein Schnappfinger kann jedoch auch ohne erkennbare Ursache entstehen. Die Behandlung richtet sich unter anderem danach, wie stark die Beschwerden sind und wie lange sie bereits bestehen.

    Konservative Behandlung des Schnappfingers

    Bei leichten Beschwerden kann zunächst eine konservative Behandlung versucht werden. Dazu gehören beispielsweise:

    • Schonung und Vermeidung stark belastender Bewegungen

    • gegebenenfalls eine Schienenbehandlung

    • entzündungshemmende beziehungsweise schmerzlindernde Medikamente 

    • Anpassung belastender Bewegungsabläufe

    Bei einem ausgeprägten Schnappfinger reicht eine reine Schonung allerdings nicht immer aus.

    Wann sollte ein Schnappfinger operiert werden?
    Eine Operation kann sinnvoll sein, wenn:

    • die Beschwerden trotz konservativer Behandlung bestehen bleiben,

    • der Finger regelmäßig oder dauerhaft blockiert,

    • eine eventuelle Kortisonbehandlung nicht ausreichend geholfen hat,

    • die Beschwerden im Alltag erheblich einschränken oder

    • eine dauerhafte Bewegungseinschränkung droht.

    Auch bei einem stark ausgeprägten Schnappfinger kann eine operative Behandlung von Anfang an sinnvoll sein.

    Wie wird ein Schnappfinger operiert?
    Die Operation ist in der Regel ein kleiner ambulanter Eingriff. Dabei wird das einengende A1-Ringband gezielt eröffnet, sodass die Beugesehne wieder ausreichend Platz hat und frei gleiten kann. Die Sehne selbst muss normalerweise nicht durchtrennt werden. Ziel der Operation ist vielmehr, die Engstelle zu beseitigen und das freie Gleiten der Sehne wiederherzustellen.

  • Tendovaginitis de Quervain

    Bei der Tendovaginitis de Quervain sind zwei Sehnen betroffen, die an der Daumenseite des Handgelenks verlaufen:

    • die Sehne des Musculus abductor pollicis longus

    • die Sehne des Musculus extensor pollicis brevis

    Diese Sehnen verlaufen gemeinsam durch das sogenannte erste Strecksehnenfach. Bei einer Tendovaginitis de Quervain kommt es dort zu einer schmerzhaften Reizung und Verdickung der Sehnen beziehungsweise der sie umgebenden Strukturen. Dadurch können die Sehnen beim Bewegen des Daumens nicht mehr reibungslos durch das Sehnenfach gleiten. Typischerweise entstehen Schmerzen auf der Daumenseite des Handgelenks.
    Eine Tendovaginitis de Quervain kann durch wiederholte oder ungewohnte Belastungen des Daumens und Handgelenks begünstigt werden. Häufig sind Bewegungen verantwortlich, bei denen der Daumen wiederholt abgespreizt oder das Handgelenk belastet wird.

    Mögliche Auslöser und begünstigende Faktoren der Tendovaginitis de Quervain

    • häufige Greif- und Haltebewegungen

    • wiederholte Bewegungen des Daumens

    • ungewohnte körperliche Belastungen

    • intensive handwerkliche Tätigkeiten

    • Sportarten mit hoher Belastung der Hände

    • längere Belastung von Smartphone oder Computer

    • hormonelle Veränderungen, beispielsweise nach einer Schwangerschaft

    Welche Symptome verursacht eine Tendovaginitis de Quervain?
    Das typische Symptom sind Schmerzen an der Daumenseite des Handgelenks. Anfangs treten die Beschwerden häufig nur bei bestimmten Bewegungen oder Belastungen auf. Im weiteren Verlauf können sie auch bei alltäglichen Tätigkeiten auftreten.
    Weitere typische Beschwerden sind:

    • Schmerzen an der Daumenseite des Handgelenks

    • Schmerzen beim Abspreizen oder Strecken des Daumens

    • Schmerzen beim Greifen und Halten

    • Druckempfindlichkeit über dem ersten Strecksehnenfach

    • Schwellung im Bereich des Handgelenks

    • Bewegungseinschränkung des Daumens

    • Reibungs- oder Schnappphänomene bei der Bewegung

    • Schmerzen beim Drehen des Handgelenks

    Die Schmerzen können bis in den Daumen oder Unterarm ausstrahlen.

    Wie wird eine Tendovaginitis de Quervain behandelt?
    Die Behandlung richtet sich nach der Dauer und Stärke der Beschwerden. In vielen Fällen können die Beschwerden zunächst konservativ behandelt werden: Eine wichtige Maßnahme ist die Reduzierung der auslösenden Belastung. Wiederholte Bewegungen des Daumens und Handgelenks sollten möglichst vermieden werden. Eine spezielle Daumen-Handgelenk-Schiene kann den Daumen und das Handgelenk vorübergehend ruhigstellen und dadurch die gereizten Sehnen entlasten.

    Operation bei Tendovaginitis de Quervain
    Wenn die Beschwerden trotz konservativer Behandlung bestehen bleiben oder die Sehnen dauerhaft eingeengt sind, kann eine operative Behandlung sinnvoll sein. Bei der Operation wird das erste Strecksehnenfach vorsichtig eröffnet, sodass die betroffenen Sehnen wieder ausreichend Platz haben und frei gleiten können. Ziel des Eingriffs ist es, die schmerzhafte Einengung zu beseitigen und die normale Sehnenbeweglichkeit wiederherzustellen. Die Operation erfolgt in der Regel ambulant. 

    Welche Behandlung infrage kommt, erörtert Ihnen unser handchirurgisches Team nach einer ausgiebigen Untersuchung.

  • Sulcus ulnaris-Syndrom (Ulnarisrinnensyndrom)

    Das Sulcus ulnaris Syndrom ist eine häufige Erkrankung des Nervus ulnaris (Ellennerv). Dieser verläuft an der Innenseite des Ellenbogens durch eine knöcherne Rinne (sulcus ulnaris). Umgangssprachlich wird die Erkrankung daher auch als Ulnarisrinnensyndrom oder Kubitaltunnelsyndrom bezeichnet.
    Typische Beschwerden sind Kribbeln und Taubheitsgefühle am kleinen Finger und am Ringfinger. Im weiteren Verlauf können Schmerzen, eine verminderte Handkraft und sogar ein Muskelabbau auftreten.
    Da der sulcus ulnaris recht oberflächlich liegt, kann er durch Druck und häufiges Beugen des Ellenbogens gereizt und auch eingeengt werden. Ähnlich wie beim Loge de Guyon-Syndrom, bei dem ebenfalls der Ulnarisnerv betroffen ist, kann es auch hier zu Kribbeln und Taubheitsgefühlen am kleinen und am Ringfinger kommen, diese können nachts auch des Öfteren „einschlafen“.
    Außerdem klagen Betroffene über Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens, die auch in den Unterarm und die Hand ausstrahlen können. Auch verminderte Greif- und Haltekraft gehören zu den typischen Symptomen.

    Behandlung des Ulnarisrinnensyndroms
    Bei der konservativen Therapie wird versucht, durch Entlastung des Nervs (z. B. mittels einer Schiene) eine Verbesserung zu erzielen.
    Bleiben die Beschwerden jedoch bestehen, kann eine Operation in Betracht gezogen werden, bei der der Nerv entlastet wird. In bestimmten Fällen wird der Nerv sogar verlagert, sodass er nicht mehr direkt hinter dem inneren Ellenbogenknöchel liegt.

    Welche Therapieform die passende ist, erläutern Ihnen unsere handchirurgischen Expertinnen und Experten nach einer genauen Untersuchung und Diagnose in einem ausführlichen Gespräch.


Cellitinnen-Severinsklösterchen Krankenhaus der Augustinerinnen und St. Antonius (Betriebsstelle Severinsklösterchen)
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Orthopädie | Unfallchirurgie | Wirbelsäulenchirurgie (ab Februar 2027 in der Betriebsstelle St. Antonius) | Plastische und Ästhetische Chirurgie

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