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Verletzungen und Erkrankungen des Ellenbogens

Der Ellenbogen ist ein komplexes Zusammenspiel aus drei Knochen, mehreren Gelenken, Bändern, Sehnen, Muskeln sowie Nerven und Blutgefäßen. Durch Stürze, Unfälle oder Überlastungen kann es zu unterschiedlichsten Verletzungen und Beschwerden kommen, die das Team unseres Muskuloskelettalen Zentrums kompetent behandelt. 

Ellenbogenverletzungen und -erkrankungen

  • Ellenbogenluxation (Verrenkung des Ellenbogens)

    Das Ellenbogengelenk besteht aus dem Oberarmknochen (Humerus) sowie der Speiche (Radius) und der Elle (Ulna). Verschiedene Bänder und Muskeln stabilisieren das Gelenk und ermöglichen die Beugung und Streckung sowie die Drehbewegungen des Unterarms.
    Bei einer Ellenbogenluxation werden die Gelenkflächen durch eine plötzliche Krafteinwirkung aus ihrer normalen Position gebracht. In den meisten Fällen verschieben sich Elle und Speiche gegenüber dem Oberarmknochen nach hinten. Man spricht dann von einer posterioren Ellenbogenluxation.
    Eine Ellenbogenluxation kann beispielsweise mit einer Radiuskopffraktur oder einer Fraktur des Processus coronoideus verbunden sein. Eine Kombination aus Ellenbogenluxation und bestimmten Knochenbrüchen wird als komplexe Ellenbogenverletzung bezeichnet.
    Eine Verrenkung des Ellenbogens entsteht meist durch eine erhebliche Krafteinwirkung auf den Arm, wie z.B. einen Sturz auf den ausgestreckten Arm.

    Welche Symptome treten bei einer Ellenbogenluxation auf?
    Eine Ellenbogenluxation verursacht typischerweise plötzlich auftretende und starke Schmerzen. Das Gelenk ist häufig deutlich fehlgestellt und kann kaum bewegt werden. Typische Symptome sind:

    • starke Schmerzen im Ellenbogen

    • sichtbare Fehlstellung

    • deutliche Schwellung

    • Bewegungseinschränkung

    • Schonhaltung des Arms

    • Blutergüsse

    • Druckempfindlichkeit

    • Instabilitätsgefühl nach der Verletzung

    Da bei einer Luxation auch Nerven oder Blutgefäße verletzt werden können, können zusätzlich Taubheitsgefühle, Kribbeln, Kraftverlust oder Durchblutungsstörungen der Hand auftreten.

    Wie wird eine Ellenbogenluxation behandelt?
    Die Behandlung hängt davon ab, ob es sich um eine einfache oder komplexe Luxation handelt und ob zusätzliche Verletzungen vorliegen.

    • Einrenkung des Ellenbogens
      Bei einer akuten Luxation muss das Gelenk in der Regel möglichst zeitnah wieder in seine ursprüngliche Position gebracht werden. Diese sogenannte Reposition wird von medizinischem Fachpersonal durchgeführt. Je nach Situation kann dafür eine Schmerz- oder Beruhigungsmedikation erforderlich sein.
      Nach der Reposition wird durch eine erneute Untersuchung und gegebenenfalls Röntgenkontrolle überprüft, ob das Gelenk wieder korrekt steht. Eine Ellenbogenluxation sollte niemals selbst eingerenkt werden.

    • Ruhigstellung und anschließende Mobilisation
      Nach einer unkomplizierten Ellenbogenluxation wird der Arm zunächst häufig vorübergehend ruhiggestellt. Anschließend ist eine frühzeitige, kontrollierte Mobilisation wichtig, um einer dauerhaften Bewegungseinschränkung entgegenzuwirken. Eine physiotherapeutische Behandlung kann dabei helfen, Beweglichkeit und Kraft schrittweise wiederherzustellen.

    • Operative Behandlung
      Eine Operation kann erforderlich sein, wenn zusätzlich Knochen gebrochen sind, das Gelenk instabil bleibt oder wichtige Bänder, Nerven oder Blutgefäße verletzt wurden. Je nach Verletzung können dabei beispielsweise Knochen mit Schrauben oder Platten stabilisiert oder verletzte Bänder rekonstruiert werden.

    Welches Verfahren im individuellen Fall zum Einsatz kommt, erörtern unsere Expertinnen und Experten Ihnen nach einer ausführlichen Untersuchung im persönlichen Gespräch.

  • Brüche (Frakturen) am Ellenbogen

    Bei einem Sturz auf den ausgestreckten Arm kann es dazu kommen, dass es die ausgeübte Kraft nicht abfangen kann und es zu Verletzungen wie z.B. Knochenbrüchen kommt. Zu den häufigsten gehören die Olekranonfraktur, die Radiuskopffraktur und die distale Humerusfraktur:

    • Olekranonfraktur
      Das Olekranon ist der knöcherne Vorsprung der Elle, der die Spitze des Ellenbogens bildet. Bei einem direkten Sturz oder Schlag auf den Ellenbogen kann dieser Bereich brechen. Eine Olekranonfraktur kann verschoben oder unverschoben sein. Bei einer verschobenen Fraktur kann die Streckfunktion des Ellenbogens beeinträchtigt sein.
    • Radiuskopffraktur
      Der Radiuskopf befindet sich am oberen Ende der Speiche und ist an der Bewegung des Ellenbogengelenks beteiligt. Eine Radiuskopffraktur entsteht häufig nach einem Sturz auf die ausgestreckte Hand. Typisch sind Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens sowie Einschränkungen bei der Beugung und Streckung oder bei der Drehung des Unterarms.
    • Distale Humerusfraktur
      Eine distale Humerusfraktur betrifft den unteren Abschnitt des Oberarmknochens unmittelbar oberhalb des Ellenbogengelenks. Sie kann beispielsweise nach einem Sturz oder einer stärkeren Gewalteinwirkung auftreten. Da der Bruch bis in die Gelenkfläche reichen kann, sind komplexe Verletzungen möglich, die eine operative Behandlung erforderlich machen können.
    • Frakturen des Processus coronoideus
      Der Processus coronoideus ist ein knöcherner Fortsatz der Elle und trägt zur Stabilität des Ellenbogengelenks bei. Brüche dieses Bereichs treten insbesondere im Zusammenhang mit komplexeren Ellenbogenverletzungen auf und können beispielsweise gemeinsam mit einer Ellenbogenluxation vorkommen.

    Behandlung eines Ellenbogenbruchs
    Die Behandlung einer Ellenbogenfraktur hängt unter anderem davon ab, welcher Knochen betroffen ist, ob der Bruch verschoben ist und ob die Gelenkfläche oder umliegende Strukturen verletzt wurden.

    • Konservative Behandlung
      Nicht oder nur gering verschobene, stabile Frakturen können unter bestimmten Voraussetzungen konservativ behandelt werden. Der Ellenbogen wird dabei zunächst beispielsweise mit einer Schiene oder einem Gips ruhiggestellt. Nach einer angemessenen Heilungsphase wird die Beweglichkeit schrittweise wieder aufgebaut. Eine physiotherapeutische Behandlung kann dabei unterstützen, die Beweglichkeit und Kraft des Arms wiederherzustellen.
    • Operative Behandlung
      Eine Operation kann erforderlich sein, wenn der Knochen deutlich verschoben oder instabil ist, die Gelenkfläche betroffen ist oder eine konservative Behandlung keine ausreichende Stellung des Knochens ermöglicht. Zur Stabilisierung können je nach Bruch beispielsweise Schrauben, Platten, Drähte oder andere Implantate eingesetzt werden. Bei komplexen Gelenkfrakturen richtet sich das operative Vorgehen nach der genauen Verletzung und den individuellen Voraussetzungen.
  • Band- und Sehnenverletzungen am Ellenbogen

    Am Ellenbogen treffen Oberarmknochen, Speiche und Elle aufeinander. Für die Stabilität und Beweglichkeit des Gelenks sind mehrere Bänder und Sehnen von Bedeutung. Zu den wichtigsten Strukturen gehören:

    • Ulnare Seitenband (mediales Kollateralband): stabilisiert den Ellenbogen insbesondere gegen seitliche Belastungen.

    • Radiales Seitenband (laterales Kollateralband): trägt zur Stabilität an der Außenseite des Ellenbogens bei.

    • Bizepssehne: verbindet den Bizepsmuskel mit der Speiche und ist unter anderem für die Beugung des Ellenbogens und die Drehung des Unterarms wichtig.

    • Trizepssehne: verbindet den Trizeps mit der Elle und ermöglicht die Streckung des Ellenbogens.

    • Sehnenansätze der Unterarmmuskulatur: befinden sich an der Innen- und Außenseite des Ellenbogens und können durch Überlastung gereizt oder verletzt werden.

    Band- und Sehnenverletzungen am Ellenbogen

    Band- und Sehnenverletzungen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Es kann sich um eine Überdehnung, eine teilweise Schädigung oder einen vollständigen Riss handeln.

    • Verletzung der Seitenbänder
      Die Seitenbänder stabilisieren den Ellenbogen und verhindern übermäßige seitliche Bewegungen. Eine Verletzung kann beispielsweise nach einer Ellenbogenluxation oder einer starken Krafteinwirkung auftreten. Eine Schädigung des ulnaren Seitenbandes kommt insbesondere bei Sportarten mit wiederholten Wurfbewegungen vor. Auch das radiale Seitenband kann durch Verletzungen oder Verrenkungen des Ellenbogens geschädigt werden. Je nach Ausmaß können Schmerzen, Schwellungen und ein Instabilitätsgefühl auftreten.

    • Bizepssehenverletzung
      Die distale Bizepssehne kann insbesondere bei einer plötzlichen starken Belastung des angespannten Muskels reißen. Ein solcher distaler Bizepssehnenriss tritt häufig bei kraftvollen Bewegungen oder beim Heben schwerer Gegenstände auf.
      Typische Beschwerden sind plötzlich auftretender Schmerz, Kraftverlust beim Beugen des Ellenbogens, verminderte Kraft bei der Drehung des Unterarms, Schwellung oder Bluterguss und sichtbare Veränderung der Muskelkontur.

    • Trizpssehnenverletzung
      Auch die Trizepssehne kann durch eine plötzliche Krafteinwirkung oder einen Unfall teilweise oder vollständig reißen. Typische Beschwerden sind Schmerzen an der Rückseite des Ellenbogens und eine eingeschränkte Streckkraft. Bei einem vollständigen Riss kann die aktive Streckung des Ellenbogens deutlich beeinträchtigt sein. Zu den häufigsten Ursachen gehören Stürze auf den ausgestreckten Arm, Sportverletzungen, plötzlich starke Belastungen und Ellenbogenluxationen.

    Wie werden Band- und Sehnenverletzungen am Ellenbogen diagnostiziert?
    Am Anfang steht eine ausführliche Untersuchung des Ellenbogens. Dabei werden Beweglichkeit, Kraft, Stabilität und schmerzhafte Bewegungen überprüft. Der Unfallhergang beziehungsweise die Art der Belastung kann wichtige Hinweise auf die verletzte Struktur geben.
    Ein Ultraschall kann insbesondere bei Sehnenverletzungen hilfreich sein und ermöglicht teilweise eine dynamische Untersuchung der betroffenen Struktur. Eine Magnetresonanztomografie (MRT) kann eingesetzt werden, wenn eine genaue Beurteilung von Bändern, Sehnen und weiteren Weichteilstrukturen erforderlich ist. Röntgenaufnahmen können ergänzend sinnvoll sein, um knöcherne Verletzungen auszuschließen oder Begleitverletzungen zu erkennen.

    Wie werden Band- und Sehnenverletzungen am Ellenbogen behandelt?
    Die Behandlung hängt von der betroffenen Struktur, dem Ausmaß der Verletzung und den individuellen Anforderungen ab.

    Bei leichten Verletzungen, Überdehnungen oder Teilverletzungen kann häufig eine konservative Behandlung erfolgen. Je nach Verletzung kommen unter anderem folgende Maßnahmen infrage:

    • Schonung und vorübergehende Belastungsreduktion

    • Kühlung in der akuten Phase

    • vorübergehende Ruhigstellung

    • schmerz- und entzündungshemmende Medikamente

    • physiotherapeutische Behandlung

    • gezielter Aufbau von Beweglichkeit und Muskulatur

    Das Ziel der Rehabilitation besteht darin, die normale Beweglichkeit und Belastbarkeit des Ellenbogens schrittweise wiederherzustellen.

    Operative Behandlung von Band- und Sehnenverletzungen am Ellenbogen

    Bei bestimmten vollständigen Sehnenrissen, ausgeprägten Bandverletzungen oder anhaltender Instabilität kann eine Operation notwendig sein. Dabei können gerissene Sehnen wieder am Knochen befestigt oder verletzte Bänder rekonstruiert werden. Bei komplexen Verletzungen richtet sich die Operationsmethode nach der jeweiligen Schädigung.

    Welches Verfahren im individuellen Fall infrage kommt, erörtert Ihnen unser muskuloskelettales Ärzteteam unsere nach ausgiebiger Untersuchung im persönlichen Gespräch.
     

  • Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen (Bursitis olecrani)

    Der Schleimbeutel am Ellenbogen liegt zwischen der Haut und dem Olekranon, dem knöchernen Vorsprung der Elle. Er ermöglicht eine reibungsarme Bewegung der Haut über dem Knochen. Bei einer Entzündung sammelt sich vermehrt Flüssigkeit im Schleimbeutel. Dadurch entsteht häufig eine weiche oder gespannte Schwellung. Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und reichen von einer schmerzarmen Schwellung bis hin zu starken Schmerzen. Eine Entzündung des Schleimbeutels entsteht häufig durch eine mechanische Reizung, wie z.B. bestimmte berufliche oder sportliche Tätigkeiten.

    Welche Symptome treten bei einer Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen auf?
    Das typische Zeichen einer Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen ist eine Schwellung über der Ellenbogenspitze. Je nach Ursache und Ausprägung können weitere Beschwerden auftreten. Dazu gehören:

    • Schwellung am Ellenbogen

    • Druckempfindlichkeit

    • Schmerzen, insbesondere bei Druck oder Bewegung

    • Rötung und Überwärmung

    • eingeschränkte Beweglichkeit

    • Spannungsgefühl

    • Flüssigkeitsansammlung im Schleimbeutel

    Bei einer bakteriellen Schleimbeutelentzündung können zusätzlich stärkere Schmerzen, eine deutliche Rötung und Überwärmung sowie Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten.

    Wie wird eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen diagnostiziert?
    Die Diagnose einer Bursitis olecrani lässt sich häufig bereits anhand der Krankengeschichte und einer körperlichen Untersuchung stellen. Dabei beurteilen unsere Expertinnen und Experten der Orthopädie und Unfallchirurgie unter anderem die Schwellung, Hautveränderungen, Druckempfindlichkeit und Beweglichkeit des Ellenbogens. Zusätzlich können bildgebende Untersuchungen wie Ultraschall oder Röntgen sinnvoll sein. Bei Verdacht auf eine bakterielle Entzündung kann die Flüssigkeit aus dem Schleimbeutel untersucht werden. Dabei lassen sich unter anderem Krankheitserreger oder Hinweise auf eine andere Ursache feststellen.

    Wie wird die Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen behandelt?

    Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Entzündung.

    • Konservative Behandlung
      Bei einer nicht-infektiösen Bursitis steht zunächst die Entlastung des Ellenbogens im Vordergrund. Druck auf die Ellenbogenspitze sollte möglichst vermieden werden. Je nach Beschwerden können zusätzlich Kühlung, Schonung und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden. Eine Polsterung des Ellenbogens kann helfen, weitere mechanische Reizung zu vermeiden.

    • Behandlung bei Flüssigkeitsansammlung
      Bei einer ausgeprägten Flüssigkeitsansammlung kann unter bestimmten Umständen eine Punktion des Schleimbeutels erwogen werden. Dabei wird Flüssigkeit mit einer Nadel entnommen. Das Material kann gleichzeitig untersucht werden, beispielsweise um eine bakterielle Infektion festzustellen.

    • Behandlung einer bakteriellen Bursitis
      Handelt es sich um eine bakterielle Schleimbeutelentzündung, ist eine gezielte ärztliche Behandlung erforderlich. Je nach Befund können Antibiotika notwendig sein. Bei ausgeprägten oder wiederkehrenden Infektionen können weitere Maßnahmen bis hin zu einem operativen Eingriff erforderlich werden.

    • Operation einer Schleimbeutelentzündung im Ellenbogen
      Eine Operation kommt insbesondere bei chronischen, wiederkehrenden oder schwer behandelbaren Schleimbeutelentzündungen infrage. Dabei kann der entzündete Schleimbeutel operativ entfernt werden.


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