Erkrankungen des Hüftgelenks
Die Hüfte verbindet den Oberkörper mit den Beinen und ermöglicht uns, sicher zu stehen, zu gehen und uns zu bewegen. Das Hüftgelenk besteht aus dem kugelförmigen Hüftkopf und der Hüftpfanne. Eine glatte Knorpelschicht sorgt dafür, dass beide Gelenkflächen nahezu reibungslos gleiten. Erkrankungen wie Hüftarthrose oder ein Hüftimpingement können Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen. Wenn andere Behandlungen nicht mehr ausreichend helfen, kann ein künstliches Hüftgelenk die Beweglichkeit und Lebensqualität verbessern.
Erkrankungen des Hüftgelenks
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Hüftarthrose (Coxarthrose)
Die Hüftarthrose (Coxarthrose) ist eine Verschleißerkrankung des Hüftgelenks. Dabei wird der schützende Gelenkknorpel zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne zunehmend abgebaut. Im weiteren Verlauf können die Gelenkflächen stärker geschädigt werden, wodurch Schmerzen und eine zunehmende Einschränkung der Beweglichkeit entstehen. Eine Coxarthrose entwickelt sich häufig schleichend und kann über längere Zeit zunächst nur geringe Beschwerden verursachen. Mit zunehmendem Knorpelverschleiß können jedoch Schmerzen bei Belastung und später auch in Ruhe auftreten. Die Hüftarthrose kann einseitig oder beidseitig auftreten und unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Welche Ursachen hat eine Hüftarthrose?
Eine Coxarthrose kann verschiedene Ursachen haben. Häufig entsteht sie im Laufe des Lebens durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Man unterscheidet dabei grundsätzlich zwischen einer primären und einer sekundären Coxarthrose: Bei einer primären Coxarthrose lässt sich keine einzelne konkrete Ursache feststellen. Verschiedene Faktoren wie Alter, individuelle Belastung und genetische Veranlagung können eine Rolle spielen. Eine sekundäre Coxarthrose entsteht dagegen infolge einer bekannten Ursache oder Vorschädigung des Hüftgelenks. Dazu können beispielsweise gehören:Fehlstellungen oder Fehlentwicklungen des Hüftgelenks
Hüftdysplasie
frühere Verletzungen oder Frakturen
Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes
entzündliche Erkrankungen des Gelenks
bestimmte Stoffwechselerkrankungen
eine langjährige Fehl- oder Überbelastung des Hüftgelenks
Auch Übergewicht kann das Hüftgelenk zusätzlich belasten und mit einem erhöhten Risiko für Arthrose in Verbindung stehen.
Typische Symptome einer Hüftarthrose
Die Symptome einer Coxarthrose entwickeln sich häufig langsam. Zu den typischen Beschwerden gehören:Schmerzen in der Leiste
Schmerzen an der Vorderseite des Oberschenkels
Schmerzen im Gesäß oder seitlichen Hüftbereich
Anlaufschmerzen nach längerem Sitzen oder Ruhe
belastungsabhängige Hüftschmerzen
eingeschränkte Beweglichkeit des Hüftgelenks
Schwierigkeiten beim Anziehen von Schuhen oder Socken
Beschwerden beim Treppensteigen oder längeren Gehen
zunehmende Einschränkung der Gehstrecke
Typisch ist insbesondere ein Leistenschmerz, der bei Belastung stärker werden kann. Im weiteren Verlauf können die Beschwerden auch in Ruhe oder nachts auftreten.
Wie wird Hüftarthrose diagnostiziert?
Bei Verdacht auf eine Hüftarthrose steht zunächst die ärztliche Untersuchung im Mittelpunkt. Dabei werden die Beschwerden, ihre Entwicklung und mögliche Vorerkrankungen erfasst. Außerdem wird die Beweglichkeit des Hüftgelenks überprüft.
Zur Beurteilung des Gelenks wird häufig eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. Auf den Aufnahmen können unter anderem eine Verschmälerung des Gelenkspalts und knöcherne Veränderungen sichtbar werden. In bestimmten Fällen können weitere Untersuchungen wie eine MRT notwendig sein, insbesondere wenn andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen oder zusätzliche Veränderungen beurteilt werden sollen.Wie wird Hüftarthrose behandelt?
Die Behandlung einer Coxarthrose richtet sich unter anderem nach dem Ausmaß der Beschwerden, dem Stadium der Erkrankung und den individuellen Bedürfnissen der betroffenen Person.Bei einer leichten bis mittelschweren Hüftarthrose können zunächst verschiedene konservative Maßnahmen eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise:
gezielte Physiotherapie und Bewegung
Kräftigung der Muskulatur
Anpassung der körperlichen Belastung
Gewichtsreduktion bei bestehendem Übergewicht
unterstützende Hilfsmittel wie Gehstöcke in bestimmten Situationen
Regelmäßige, gelenkschonende Bewegung kann dazu beitragen, die Beweglichkeit und Muskelkraft möglichst lange zu erhalten. Geeignet können beispielsweise Radfahren, Schwimmen oder gezielte Übungen sein.
Operative Behandlung der Hüftarthrose und künstliches Hüftgelenk
Wenn die Coxarthrose weit fortgeschritten ist und die Beschwerden trotz konservativer Behandlung erheblich bleiben, kann eine Hüftprothese in Betracht kommen. Dabei wird das geschädigte Hüftgelenk ganz oder teilweise durch künstliche Gelenkkomponenten ersetzt.
Ein künstliches Hüftgelenk kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn Schmerzen und Bewegungseinschränkungen den Alltag deutlich beeinträchtigen. Ob und wann eine Operation infrage kommt, wird individuell anhand der Beschwerden, der Untersuchung und der bildgebenden Befunde entschieden.Welche Behandlungsmethode im individuellen Fall zum Einsatz kommt, bespricht unser orthopädisches Ärzteteam nach ausgiebiger Untersuchung in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen.
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Hüftimpingement (femoroacetabuläres Impingement, FAI)
Das Hüftgelenk besteht aus dem kugelförmigen Hüftkopf und der Hüftpfanne. Normalerweise können sich beide Gelenkpartner reibungslos gegeneinander bewegen. Beim Hüftimpingement ist die Form des Hüftkopfes, des Übergangs zwischen Hüftkopf und Oberschenkelhals oder der Hüftpfanne verändert. Dadurch kann es bei bestimmten Bewegungen zu einem Anschlagen oder Einklemmen der Strukturen im Hüftgelenk kommen. Besonders Bewegungen, bei denen die Hüfte stark gebeugt und gleichzeitig nach innen gedreht wird, können Beschwerden auslösen. Bei wiederholter Belastung können dabei der Knorpel oder das Labrum geschädigt werden.
Welche Formen des Hüftimpingements gibt es?
Grundsätzlich werden vor allem zwei Formen unterschieden: das Cam-Impingement und das Pincer-Impingement. Daneben gibt es auch Mischformen.Cam-Impingement
Beim Cam-Impingement liegt eine knöcherne Veränderung am Übergang zwischen Hüftkopf und Oberschenkelhals vor. Der Hüftkopf ist dadurch nicht vollständig kugelförmig. Bei bestimmten Bewegungen kann der veränderte Bereich gegen den Rand der Hüftpfanne stoßen. Dies kann insbesondere bei sportlichen Aktivitäten mit wiederholter Beugung und Rotation der Hüfte zu Beschwerden führen.Pincer-Impingement
Beim Pincer-Impingement liegt die Ursache vor allem im Bereich der Hüftpfanne. Diese kann beispielsweise übermäßig ausgeprägt oder anders ausgerichtet sein, sodass der Pfannenrand den Hüftkopf bei bestimmten Bewegungen stärker überdeckt.
Auch hier kann es zu einem vermehrten Kontakt zwischen den knöchernen Strukturen und einer Belastung des Labrums kommen.Kombiniertes Hüftimpingement
Bei einem kombinierten Impingement treten sowohl Veränderungen im Sinne eines Cam- als auch eines Pincer-Impingements auf. Mischformen sind in der klinischen Praxis häufig.
Was verursacht ein Hüftimpingement?
Die knöchernen Veränderungen, die zu einem Impingement führen können, können verschiedene Ursachen haben. Sie können sich beispielsweise während des Wachstums entwickeln oder mit bestimmten Belastungen und Aktivitäten in Verbindung stehen. Besonders häufig wird ein Hüftimpingement bei Menschen festgestellt, die regelmäßig Sportarten mit starken Bewegungen der Hüfte ausüben. Dazu gehören beispielsweise Fußball, Eishockey, Kampfsport oder bestimmte Formen des Tanzes. Allerdings ist die genaue Entstehung eines Hüftimpingements individuell unterschiedlich. Nicht jede im Bild erkennbare Formveränderung muss krankhaft sein oder Beschwerden verursachen.Hüftimpingement und Arthrose
Ein länger bestehendes Hüftimpingement kann den Gelenkknorpel und das Labrum belasten. Deshalb wird ein Zusammenhang zwischen bestimmten Formen des Hüftimpingements und der Entwicklung einer Hüftarthrose diskutiert. Ein festgestelltes Hüftimpingement bedeutet jedoch nicht automatisch, dass später eine Arthrose entsteht. Entscheidend sind unter anderem die individuelle Anatomie, die Belastung und bereits vorhandene Schäden am Gelenk.Welche Symptome verursacht ein Hüftimpingement?
Die Symptome eines Hüftimpingements können unterschiedlich ausgeprägt sein. Typisch sind Schmerzen im Bereich der Leiste, insbesondere bei bestimmten Bewegungen oder Belastungen. Mögliche Beschwerden sind:Schmerzen in der Leiste oder an der Vorderseite der Hüfte
Schmerzen beim Beugen der Hüfte
Beschwerden beim Ein- und Aussteigen aus dem Auto
Schmerzen beim längeren Sitzen
Beschwerden beim Sport
eingeschränkte Beweglichkeit der Hüfte
Schmerzen bei Drehbewegungen
gelegentlich ein Knacken, Klicken oder Gefühl des Einklemmens
Nicht jede knöcherne Formveränderung führt automatisch zu Beschwerden. Ein Hüftimpingement wird deshalb nicht allein anhand eines Röntgenbildes diagnostiziert. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Beschwerden, klinischer Untersuchung und bildgebenden Befunden.
Wie wird ein Hüftimpingement behandelt?
Die Behandlung eines Hüftimpingements richtet sich nach den Beschwerden, den individuellen Befunden und möglichen Begleitverletzungen. Nicht jede Formveränderung muss operiert werden.Bei leichten oder erstmalig auftretenden Beschwerden kann zunächst eine konservative Behandlung erfolgen. Dazu gehören insbesondere:
Anpassung belastender Bewegungen
Physiotherapie
gezieltes Training der Hüft- und Rumpfmuskulatur
Verbesserung der Beweglichkeit
Anpassung sportlicher Aktivitäten
Schmerzmedikation nach ärztlicher Empfehlung
Ziel der Physiotherapie ist es unter anderem, die Bewegungsabläufe zu verbessern und die Muskulatur rund um Hüfte und Becken gezielt zu trainieren.
Operation bei Hüftimpingement
Wenn die Beschwerden trotz konservativer Behandlung anhalten und ein strukturelles Impingement eindeutig festgestellt wurde, kann eine operative Behandlung in Betracht gezogen werden. Häufig wird die Operation arthroskopisch, also im Rahmen einer Hüftarthroskopie mit der Schlüssellochtechnik, durchgeführt. Dabei können störende knöcherne Veränderungen korrigiert und gegebenenfalls Schäden am Labrum oder Gelenkknorpel behandelt werden.
Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Alter, dem Ausmaß der Beschwerden, den anatomischen Veränderungen und dem Zustand des Gelenkknorpels ab.
Hüftendoprothetik: Künstliches Hüftgelenk
Ein künstliches Hüftgelenk kann eine geeignete Behandlung sein, wenn das natürliche Hüftgelenk dauerhaft geschädigt ist und Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen den Alltag erheblich beeinträchtigen. Besonders häufig wird eine Hüftprothese bei einer fortgeschrittenen Hüftarthrose (Coxarthrose) eingesetzt.
Bei einer Hüftoperation werden die geschädigten Gelenkflächen des Hüftgelenks durch künstliche Gelenkkomponenten ersetzt. Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren, die Beweglichkeit zu verbessern und die Belastbarkeit des Hüftgelenks wiederherzustellen.
Eine Hüftprothese übernimmt die Funktion des natürlichen Gelenks. Bei einer vollständigen Hüftprothese, der sogenannten Hüft-TEP (Totalendoprothese), werden sowohl der Hüftkopf als auch die Gelenkfläche der Hüftpfanne ersetzt. Die Prothese besteht aus mehreren Komponenten. Dazu gehören unter anderem ein künstlicher Hüftschaft mit Prothesenkopf und eine künstliche Gelenkpfanne. Zwischen den Gelenkpartnern befindet sich ein Gleitpaar, das eine möglichst reibungsarme Bewegung ermöglicht.
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Wann braucht man ein künstliches Hüftgelenk?
Neben der Hüftarthrose als häufigste Ursache für den Einsatz einer Hüftprothese kann dieser außerdem nach bestimmten Verletzungen oder bei anderen Erkrankungen des Hüftgelenks erforderlich werden. Eine Hüftprothese wird insbesondere dann in Betracht gezogen, wenn:
- dauerhaft starke Hüftschmerzen bestehen,
- die Schmerzen den Alltag erheblich beeinträchtigen,
- die Gehstrecke deutlich eingeschränkt ist,
- Bewegungen des Hüftgelenks zunehmend schwerfallen,
- konservative Behandlungsmöglichkeiten keine ausreichende Linderung bringen,
- die Lebensqualität durch die Hüftbeschwerden deutlich eingeschränkt ist.
Die Entscheidung für eine Operation sollte nicht allein anhand eines Röntgenbildes getroffen werden. Entscheidend sind vor allem die Beschwerden, die Einschränkungen im Alltag und die individuellen Befunde.
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Wie läuft eine die Operation zum Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks ab?
Eine Hüftoperation mit Einsatz einer Hüftprothese wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt, kann aber in der modernen Anästhesie auch mit anderen Verfahren angeboten werden.
Zunächst wird das geschädigte Hüftgelenk über einen geeigneten operativen Zugang dargestellt. Der geschädigte Hüftkopf wird entfernt und durch einen künstlichen Hüftkopf ersetzt. Je nach Prothesentyp wird auch die geschädigte Gelenkfläche der Hüftpfanne durch eine künstliche Pfannenkomponente ersetzt.
Die einzelnen Komponenten können auf unterschiedliche Weise im Knochen befestigt werden. Unter anderem gibt es zementierte (Knochenzement fixiert Prothesenkomponenten am Knochen), zementfreie (Prothesenkomponenten werden direkt am Knochen verankert) und kombinierte Verfahren.
Welche Prothese und welche Operationstechnik verwendet werden, hängt unter anderem von der individuellen Anatomie, der Knochenqualität, dem Alter und den persönlichen Voraussetzungen ab und wir im Rahmen der OP-Planung ausführlich mit Ihnen besprochen. -
Wie lange hält ein künstliches Hüftgelenk?
Die Lebensdauer einer Hüftprothese lässt sich nicht für jede Person exakt vorhersagen. Moderne Hüftprothesen können viele Jahre funktionieren. Wie lange eine Prothese hält, hängt unter anderem von Alter, körperlicher Aktivität, Knochenqualität, Prothesentyp und weiteren individuellen Faktoren ab. Mit zunehmender Lebensdauer kann es in manchen Fällen zu einer Lockerung oder einem Verschleiß einzelner Komponenten kommen. Dann kann ein Prothesenwechsel (Wechseloperation) erforderlich werden, die unser Endoprothetik-Team ebenfalls mit großer Expertise durchführt.
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Was passiert nach der Hüftoperation?
Nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks beginnt möglichst früh die Mobilisierung. Physiotherapeutische Übungen helfen dabei, die Muskulatur wieder aufzubauen, die Beweglichkeit zu verbessern und das sichere Gehen zu trainieren. Je nach individuellem Verlauf kann eine stationäre oder ambulante Rehabilitation nach einer Hüftoperation erfolgen. Dabei wird das Training schrittweise an die Belastbarkeit angepasst. Zu den Zielen der Rehabilitation gehören:
Verbesserung der Beweglichkeit
Aufbau der Bein- und Hüftmuskulatur
Verbesserung des Gangbildes
Wiedererlangung der Selbstständigkeit im Alltag
schrittweise Steigerung der Belastbarkeit
Wie schnell die Rückkehr zu normalen Alltagsaktivitäten möglich ist, unterscheidet sich von Person zu Person.
Was darf man mit einem künstlichen Hüftgelenk?
Nach einer erfolgreichen Heilung sind viele alltägliche Aktivitäten wieder möglich. Auch Sport kann grundsätzlich wieder betrieben werden. Empfehlenswert sind insbesondere Aktivitäten mit kontrollierter und möglichst geringer Stoßbelastung, beispielsweise Radfahren oder Schwimmen.
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Gelenkersatzoperationen an der Hüfte führen wir spezialisiert im Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung durch
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