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Leberchirurgie

Operationen bei Erkrankungen der Leber

Leberkrebs/bösartige Tumorerkrankungen der Leber

Bösartige Tumorererkrankungen der Leber und Lebermetastasen operiert das spezialisierte Team des Viszeralmedizinischen Tumorzentrums. 
Weitere Informationen zur 
Behandlung von bösartigen Tumorerkrankungen der Leber

Die häufigsten Operationen an der Leber sind (außer Operationen bösartiger Tumorerkrankungen):

  • Operationen von Leberzysten
  • Operationen von gutartigen Tumoren der Leber

Gutartige Veränderungen der Leber und Leberzysten machen häufig keine Beschwerden und sind Zufallsbefunde. Ob eine Operation dieser Veränderungen sinnvoll ist, hängt von der Art der Veränderung, der Größe, Beschwerden und weiteren Faktoren ab. Das spezialisierte Ärzteteam der Allgemein- und Viszeralchirurgie bespricht diese Abwägung ausführlich mit jedem Patienten individuell.

Leberzysten

  • Was sind Leberzysten?

    Leberzysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume in der Leber. Am häufigsten handelt es sich um sogenannte einfache Leberzysten, die gutartig sind und sich in der Regel nicht zu Krebs entwickeln. Diese Zysten können einzeln oder auch mehrfach auftreten. 
    Bei der eher seltenen polyzystischen Lebererkrankung ist die Leber von zahlreichen Zysten durchsetzt. 
    Andere Formen von Leberzysten sind

    • parasitäre Zysten (durch Fuchs- oder Hundebandwurm ausgelöst)
    • entzündliche Veänderungen (zum Beispiel Abzesse oder infizierte Zysten) 
    • zystische Tumore
  • Welche Beschwerden verursachen Leberzysten?

    Kleine Leberzysten verursachen meistens keine Beschwerden und sind häufig ein Zufallsbefund.
    Größere Zysten können Druck auf die Leber oder benachbarte Organe ausüben und dadurch zu Beschwerden führen. 
    Typische Beschwerden bei Leberzysten sind:

    • Druckgefühl, Völlegefühl und/oder Schmerzen im Oberbauch
    • Übelkeit
    • schnelles Sättigungsgefühl
    • aufgeblähter Bauch
    • tastbare Vorwölbungen am Bauch

    Entstehen Einblutungen oder Infektionen oder platzt eine Zyste, ist dies mit Symptomen wie plötzlichen starken Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Kreislaufproblemen oder einer Gelbfärbung von Haut und Augen verbunden. 

  • Wie werden Leberzysten diagnostiziert?

    Häufig werden Leberzysten zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Eine einfache Zyste zeigt dabei meist ein typisches Erscheinungsbild.
    Wenn die Befunde nicht eindeutig sind, die Zyste sehr groß ist oder eine andere Erkrankung ausgeschlossen werden muss, können weitere Untersuchungen sinnvoll sein:

    • Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT)
    • Blutuntersuchungen, beispielsweise der Leber- und Entzündungswerte
    • bei entsprechendem Verdacht spezielle Untersuchungen auf eine parasitäre Ursache

    Eine Punktion oder Gewebeentnahme ist nur in ausgewählten Fällen notwendig. Bei einem möglichen Parasitenbefall darf eine Zyste nicht ungezielt punktiert werden.

  • Müssen Leberzysten opriert werden?

    Eine Leberzyste, die keine Beschwerden verursacht und eindeutig als einfache Leberzyste diagnostiziert wurde, muss in der Regel nicht operiert werden. 
    Gründe für die operative Behandlung einer Leberzyste können sein: 

    • deutliche oder zunehmende Beschwerden durch die Leberzyste
    • sehr große Leberzyste, die Druck auf die Leber oder benachbarte Organe ausübt oder diese verdrängt
    • Komplikationen wie Blutungen oder Infektionen
    • keine eindeutige Beurteilung der bildgebenden Diagnostik, ob es sich um eine einfache Leberzyste handelt 
    • Verdacht auf eine parasitäre Zyste oder einen zystischen Tumor
  • Wie werden einfache Leberzysten operiert?

    Bei einer einfachen, oberflächlich gelegenen Zyste wird meistens eine Zystenentdachung durchgeführt: Dabei entfernt der Operateur einen großen Teil der Zystenwand und saugt die Flüssigkeit ab. Die Entfernung der Zystenwand verhindert, dass die Zyste sich erneut mit Flüssigkeit füllen kann. Dieser Eingriff wird in den allermeisten minimal-invasiv, also über kleine Schnitte in der Bauchdecke, durchgeführt. 
    Liegt die Zyste tiefer oder tritt wiederholt auf, kann die Entfernung eines Leberanteils notwendig sein. Dies gilt auch, wenn ein Tumor nicht sicher ausgeschlossen werden kann. Da die Leber ein hohes Regenerationspotential hat, ist die Entfernung eines Leberanteils meist problemlos möglich: Nach wenigen Wochen oder Monaten erreicht die Leber wieder das volle Volumen und die uneingeschränkte Funktionsfähigkeit. 

     

  • Wie werden komplexe Leberzysten operiert?

    Weisen Leberzysten eine verdickte Wand, innere Kammern oder feste Anteile auf, wird zunächst mit bildgebenden Verfahren abgeklärt, welche Ursachen diese Merkmale haben. Beispielsweise können Einblutungen oder Entzündungen Ursache für solche Veränderungen sein. Vor der Operation wird die Ursache mit bildgebenden Verfahren (Computer-/Magnetresonanztherapie mit Kontrastmitteleinsatz) möglichst genau ermittelt, kann jedoch nicht immer eindeutig abgeklärt werden. Je nach Ursache bzw. Verdacht wird von dem behandelnden Leberchirurgie-Spezialisten die Operation geplant: 

    • Verdacht auf einen zystischen Tumor
      Besteht der Verdacht auf einen zystischen Tumor, wird die Veränderung vollständig entfernt ohne dabei eröffnet zu werden. Dazu wird - je nach Lage - ein Teilstück der Leber, ein Leberegment oder ein Lederlappen entfernt. Da bei der Zystenentdachung, die bei einfachen Zysten durchgeführt wird, verändertes Gewebe zurückbleiben könnte, ist dieses Verfahren bei Tumorverdacht nicht geeignet. 
    • Eingeblutete oder entzündete einfache Zyste
      Bei einer gesichtert als einfache Zyste eingestuften Zyste, die eingeblutet hat oder entzündet ist, können eine Zystenentdachung, die vollständige Entfernung der Zyste oder eine Drainage (Flüssigkeitsableitung durch einen dünnen Schlauch) in Frage kommen. 
    • Leberabzess
      Leberabzesse (abgekapselte Eiteransammlungen) können häufig mit Antibiotika oder bildgesteuerten Drainagen behandelt werden. Ist bereits Gewebe abgestorben oder mit einer Drainage nicht zufriedenstellend zu behandelt, kann in seltenen Fällen auch eine Operation in Frage kommen. 
    • Parasitäre Zysten
      Durch Parasiten (meist Bandwürmer) enstandene Zysten werden mit einem speziellen Behandlungskonzept operiert, da der Austritt des Zysteninhaltes verhindert werden sollte. Eine Entdachung wie bei einer einfachen Zystem kommt daher nicht in Frage. 
  • Leberzysten und Gallengänge

    Leberzysten können unmittelbar an einem Gallengang liegen oder eine offene Verbindung zum Gallenwegssystem haben. Dadurch kann Flüssigkeit aus der Zysten die Gallenwege gelangen und Gallenflüssigkeit in die Zyste. Im Vorfeld und während der Operation werden diese Verbindungen identifiziert und verschlossen:

    • Bei kleineren Öffnungen werden dazu feine Nähte oder Clips genutzt. 
    • Bei einer Leberteilentfernung verschließt das Operationsteam alle sichtbaren Gallengänge auf der Schnittfläche; anschließend kann geprüft werden, ob der Austritt der Galle gestoppt ist. 
    • Ist ein größerer Gallengang betroffen, kann die Umleitung de Gallenflusses notwendig werden. Je nach Lage und Ausmaß kommen dazu beispielsweise die Verbindung von zwei durchtrennten Gallengangenden oder die Ableitung des Gallengangs in eine Dünndarmschlinge (biliodigestive Anastomose) in Frage. 
       

    Wenn Zystenmaterial oder Steine den Hauptgallengang blockerien, eine Entzündung der Gallenwege vorliegt oder nach der Operation Galle aus einem kleinen Gallengang austritt, kann ein endoskopischer Eingriff vor oder nach der Operation durchgeführt werden: Bei der Endoskopischen retrograden Cholangiopankreatikographie (ERCP) können neben der Diagnostik auch therapeutische Maßnahmen (Einsetzen von Stents, Entfernung von Gallensteinen, Verschluss von Leckagen) durchgeführt werden. 
    Weitere Informationen zur ERCP

Gutartige Lebertumore

  • Was sind gutartige Lebertumore?

    Gutartige Lebertumoren sind Gewebeveränderungen, die nicht in andere Organe streuen, also keine Metastasen bilden:
    Die häufigsten Formen sind:

    • Hämangiom: gutartige Gefäßveränderung, häufigster gutartiger Lebertumor
    • Fokal-noduläre Hyperplasie (FNH): gutartige Reaktion des Lebergewebes, die besonders häufig bei Frauen vorkommt
    • Hepatozelluläres Adenom: seltenerer Tumor aus Leberzellen, der unter anderem mit weiblichen Geschlechtshormonen, Schwangerschaft, Übergewicht und bestimmten Stoffwechselerkrankungen zusammenhängen kann
  • Welche Beschwerden verursachen gutartige Lebertumore?

    Die meisten gutartigen Lebertumoren verursachen keine Symptome und werden zufällig entdeckt. Größere Veränderungen können ein Druckgefühl oder Schmerzen im rechten Oberbauch hervorrufen.
    Plötzlich einsetzende starke Oberbauchschmerzen, Schwäche, Schwindel oder Kreislaufprobleme können jedoch Symptome eines einblutenden Leberadenoms sein. 

  • Wie werden gutartige Lebertumore diagnostiziert?

    Für die genaue Einordnung eines gutartigen Lebertumors kommen konstratsmittelgestützte Bildgebungsverfahren (Magnetresonanztomographie, Comrputertomographie, Ultraschall) zum Einsatz. Untersuchungen des Blutes, beispielsweise der Leberwerte, gehören ebenfalls zur genauen Abklärung. Auskünfte, beispielsweise zu früheren Lebererkrankungen, eingenommenen Medikamenten und Hormonpräparaten, Stoffwechselerkrankungen und früheren Krebserkrankungen runden die Diagnostik ab. 

    Viele Veränderungen lassen sich anhand typischer Bildmerkmale sicher zuordnen. Eine Gewebeprobe ist nur in ausgewählten Fällen erforderlich.
     

  • Wann müssen gutartige Lebertumoren operiert werden?

    Ob ein gutartiger Lebertumor entfernt werden muss, hängt von verschiedenen Faktoren wie Tumorart, Größe und Wachstum, Beschwerden, Blutungsrisiko des Tumors und diagnostischer Sicherheit ab. Während Hämangiome und Fokal-noduläre Hyperplasie oft nicht operiert werden müssen, die die Beurteilung bei einem Leberadenom differenzierter. Hier wird eine Operation insbesondere erwogen, wenn

    • das Leberadenom größer ist oder wächst
    • das Leberademom ein erhöhtes Blutungs- oder Entartungsrisiko hat
    • das Leberadenom bereits geblutet hat
    • das Leberadenom bestimmten molekularen Unterformen zugehört
    • das Leberadenom bei einem männlichen Patienten auftritt 

    Die Entscheidung für oder gegen eine operative Entfernung eines gutartigen Lebertumors sollte von erfahrenen Leberspezialisten getroffenen werden. 
    Das Team der Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie im Cellitinnen-Severinsklösterchen Krankenhaus der Augustinerinnen und St. Antonius (Betriebsstelle Severinsklösterchen) verfügt über große Expertise in der Leberchirurgie und berät Patienten mit gutartigem Lebertumor entsprechend versiert. 

  • Wie wird ein gutartiger Lebertumor operiert?

    Wird ein gutartiger Lebertumor operativ entfernt, ist das Ziel die vollständige Entfernung des Tumorgewebes bei gleichzeitigem Erhalt von möglichst viel gesundem Lebergewebe. 

    Wie ein gutartiger Lebertumor entfernt wird, hängt von Größe und Lage des Tumors ab: 

    • Ausschälung des Tumors (bei klar begrenzten und geeigneten Befunden)
    • Entfernung eines kleinen Leberanteils
    • anatomische Segment- oder Teilentfernung der Leber

    Viele Eingriffe können laparoskopisch (über kleine Bauchschnitte) erfolgen.
    Während der Operation werden Blutgefäße und Gallenwege dargestellt und sorgfältig verschlossen.