ASV Tuberkulose
Spezialisierte und strukturierte Behandlung von Tuberkulose
Was ist Tuberkulose?
Tuberkulose (TBC) ist eine Infektionserkrankung des gesamten Körpers, die durch Bakterien (Mycobacterium tuberculosis) ausgelöst wird. Sie manifestiert sich am häufigsten in der Lunge, kann aber auch in allen anderen Organen, zum Beispiel der Lymphknoten, Knochen oder Nieren auftreten.
Die Übertragung von Tuberkulose findet meist über Aerosole statt, beispielsweise wenn eine mit Tuberkulose infizierte Person hustet oder spricht. Eine Tuberkulose-Infektion kann zunächst beschwerdefrei verlaufen (auch über einen längeren Zeitraum). Erst bei Ausbruch der Erkrankung kommt es zu Symptomen, die dann zur Diagnose Tuberkulose führen können.
Von einer “offenen Tuberkulose” sprechen wir, wenn ein mit Tuberkulose infirzierter Mensch, die Bakterien weitergeben kann, also ansteckend ist.
In Deutschland besteht eine Meldepflicht für Tuberkulose, die Therapie wird bei Diagnose schnell eingeleitet und Tuberkulose ist mit modernen Therapien gut behandelbar.
Symptome einer Tuberkulose-Erkrankung
Die Infektion mit Tuberkulose-Bakterien muss nicht (sofort) zu Symptomen führen. Bricht die Tuberkulose-Erkrankung aus, sind diese Symptome typisch:
- Husten über längere Zeit
- Fieber
- Nachtschweiß
- Gewichtsverlust
- Müdigkeit
- manchmal blutiger Auswurf
Diagnostik von Tuberkulose
Tuberkulose wird durch den Nachweis von Tuberkel-Bakterien - meist über eine Sputumprobe- sicher diagnostiziert. Mit weiteren Untersuchungen der Proben kann anschließend festgestellt werden, welche Bakterien vorliegen. Daraus leitet sich die Therapie bzw. die Wahl des Antibiotikums ab.
Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Computertomographie sowie Lungenspiegelung geben Aufschluss darüber, welche Organe befallen sind.
Therapie bei Tuberkulose
Tuberkulose ist heute meist gut behandelbar, erfordert aber eine gewisse Disziplin über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Da Tuberkel-Bakterien meist umweltresistent sind, wird eine Tuberkulose mit mehren Antibiotika gleichzeitig und über einen längeren Zeitraum behandelt.
In der Regel gliedert sich die Antibiotika-Therapie bei Tuberkulose in eine mindestens zweimonatige Anfangs- und eine mindestens viermonatige Fortsetzungsphase, dauert also mindestens ein halbes Jahr.
Eine längere Behandlungsdauer bei Tuberkulose ist gegeben, wenn
- der Verlauf kompliziert ist
- Organe außerhalb der Lunge befallen sind
- die Tuberkulose-Erreger resistent sind
Die Therapieeinleitung nach der Diagnose findet meist im Krankenhaus statt, da hier die ärztliche Überwachung der Verträglichkeit und die regelmäßige Einnahme gesichert ist. Liegt eine ansteckende Lungentuberkulose ("offene Tuberkulose") vor, geschieht dies zunächst unter Isolation. Im Anschluss müssen die Medikamente konsequent und regelmäßig eingenommen werden, damit die Erkrankung ausheilt und die Erreger nicht resistent werden. In dieser Zeit werden regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt.
Die Therapie von Tuberkulose mit resistenten Erregern dauert meist länger und erfordert weitere Medikamente. Resistenzen, also die Nicht-Empfindlichkeit der Bakterien auf Wirkstoffe, entstehen beispielsweise durch eine inkonsequente Therapie (unregelmäßige Medikamenteneinnahme, zu früher Abbruch der Therapie) oder eine nicht richtig auf die Erreger abgestimmte Wirkstoffkombination. Aber auch die Ansteckung mit bereits resistenten Erregern ist möglich. Die Tuberkulose-Therapie bei Erkrankungen mit resistenten Erregern erfordert ein spezialisiertes Ärzteteam und engmaschige Kontrollen; die Therapiedauer geht teilweise über ein Jahr hinaus.
Durch die wirksamen Medikamente ist Tuberkulose heute, wenn sie konsequent und durch spezialisierte Ärzte behandelt wird, heilbar - auch bei komplizierten Verläufen mit resistenten Erregern.
Ambulante Spezialärztliche Versorgung (ASV) Tuberkulose
Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV) ist ein Behandlungsmodell für komplexe Krankheitsbilder, bei dem Ärzte aus Krankenhäusern, niedergelassene Ärzte und weitere Experten gemeinsam für bestmögliche Therapie sorgen. Die Vorteile für Patienten sind eine über Einrichtungsgrenzen hinweg abgestimmte Versorgung, feste Ansprechpartner und ein gut eingespieltes Netzwerk aus Spezialisten.
Die ASV Tuberkulose des Cellitinnen-Severinsklösterchen Krankenhaus der Augustinerinnen (Betriebsstelle Severinsklösterchen) versorgt Patientinnen und Patienten mit Tuberkulose spezialisiert und mit einem Netzwerk weiterer Experten.