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Schlafapnoe und schlafbezogene Atmungsstörungen

Was sind nächtliche Atemregulationsstörungen?

In den Schlaflaboren der Augustinerinnen Krankenhäuser werden neben anderen schlafbezogenen Störungen und Erkrankungen nächtliche Atemregulationsstörungen untersucht und bei Bedarf anschließend behandelt. Die häufigsten nächtlichen Atmungsstörungen sind

  • Obstruktive Schlafapnoe (Verlegung der oberen Atemwege bei erhaltener Atemanstrengung)
  • Zentrale Schlafapnoe (fehlender Atemantrieb bzw. ausbleibende zentrale Steuerung)

Der “Mechanismus” der beiden Störungen ist unterschiedlich, die Auswirkungen sind jedoch ähnlich: Durch einen nicht erholsamen Schlaf entsteht in vielen Fällen ausgeprägte Tagesmüdigkeit. Nicht behandelte Schlafapnoe kann weiterhin Folgeerkrankungen nach sich ziehen. 

  • Obstrukives Schlafapnoesyndrom

    Unter einem obstruktiven Schlafapnoesyndrom versteht man das wiederholte Auftreten von Atemstillständen (Apnoen) während des Schlafes. Typisch ist ein lautes und unregelmäßiges Schnarchen mit Atempausen. Während des Schlafes erschlafft die Muskulatur des Körpers und damit auch die Muskulatur von Schlund und weichem Gaumen. Der Zungengrund fällt nach hinten. Bei gesunden Menschen wird der Rachen während des Ein- und Ausatmens durch Muskeln aktiv offengehalten, bei Menschen mit Schlafapnoe kollabiert der Rachen und verschließt somit die oberen Atemwege. Dadurch fällt der Sauerstoffgehalt des Blutes kurzzeitig ab. Der Körper beendet diese lebensbedrohlichen Atemstillstände durch eine Alarmmeldung an das Gehirn. Diese Weckreaktion nennt man „Arousal“. Meist bemerken Sie die Weckreaktionen nicht, sie führen jedoch zu einem unruhigen und gestörten Schlaf. Das Resultat: Morgens sind Sie nicht erholt, fühlen sich unausgeschlafen und „wie zerschlagen“. Folgen des Schlafapnoesyndroms sind erhöhte Tagesmüdigkeit, erhöhtes Risiko für Unfälle, Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

    Die Standardtherapie der obstruktiven Schlafapnoe besteht in einer sogenannten Überdruckatmung (CPAP-Therapie), die über ein Gerät und eine Maske eine Luftschienung der Atemwege bewirkt. Als weitere Maßnahmen kommen die Anpassung einer Unterkieferprotrusionsschiene oder HNO-ärztliche Operationen in Frage.

  • Zentrales Schlafapnoesyndrom

    Bei der zentralen Schlafapnoe setzt im Schlaf die Atmung immer wieder kurz aus. Der Grund liegt (anders als beim zentralen Schlafapnoesyndrom) nicht in verengten Atemwegen, sondern im Atemantrieb selbst: Das Atemzentrum im Gehirn meldet dem Körper vorübergehend nicht, dass er weiteratmen soll. Die Atemwege sind dabei frei — es fehlt der Befehl zum Atmen.
    Eine solche Atempause dauert meist 10 bis 30 Sekunden. Danach setzt die Atmung wieder ein, oft mit einem kurzen Aufwachen oder einer Phase tieferen Atmens. Das kann sich in einer Nacht viele Male wiederholen und den Schlaf stark zerstückeln.

    Typische Anzeichen:

    • Lautes, unregelmäßiges Schnarchen oder auffällige Atempausen, die der Partner bemerkt
    • Häufiges Aufwachen, unruhiger Schlaf
    • Tagsüber Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen am Morgen

    Zentrale Schlafapnoe ist seltener als die obstruktive Form. Sie tritt häufiger bei Herzschwäche, nach einem Schlaganfall, bei bestimmten neurologischen Erkrankungen oder als Nebenwirkung von Opiat-Schmerzmitteln auf. Oft findet man keine einzelne Ursache — dann spricht man von einer idiopathischen zentralen Schlafapnoe.

    Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und nach dem Schweregrad. Häufig werden mehrere Ansätze kombiniert: 

    • Behandlung der ausklösenden Erkrankung
    • Atemunterstützung mit Überdruck (CPAP)
    • Adaptive Servoventilation (ASV)
      Das Gerät misst fortlaufend Ihre Atmung und passt den Druck in jedem Atemzug so an, dass ein ruhiges, gleichmäßiges Atemmuster entsteht. 
    • Sauerstoffgabe

Cellitinnen-Severinsklösterchen Krankenhaus der Augustinerinnen und St. Antonius (Betriebsstelle Severinsklösterchen)
Klinik für Pneumologie, Allergologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin

Chefärztin PD Dr. Urte Sommerwerck

Cellitinnen-Krankenhaus St. Hildegardis
Thoraxklinik Köln | Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin, Palliativmedizin

Chefarzt Dr. Alexander Prickartz