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Diabetisches Fußsyndrom

Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms aus einer Hand

Was ist das Diabetische Fußsyndrom?

Das diabetische Fußsyndrom (DFS) ist eine mögliche Folgeerkrankung bei Menschen mit Diabetes mellitus: Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können sowohl die Nerven als auch die Blutgefäße schädigen. Die Füße sind hiervon besonders häufig betroffen, da Nerven und Gefäße hier besonders fein sind. Sind die Nerven und Gefäße auf Grund einer schlechten Blutzuckereinstellung oder einer langjährigen Diabetes-Erkrankung geschädigt, führt dies auf der einen Seite zu einem vermindertem Schmerzempfinden, aber auch zu einer schlechteren Wundheilung. Menschen mit einem Diabetischen Fußsyndrom spüren kleine Verletzungen in der Folge nicht, durch eine schlechte Wundheilung können auch kleine Druckstellen und Wunden zu offenen Stellen werden. 
Neben einer guten Vorbeugung (geeignetes Schuhwerk, tägliche Kontrolle der Füße, regelmäßige Kontrolle durch Fachpersonal etc.) ist eine spezialisierte Behandlung bei einem Diabetischen Fuß entscheidend für den Heilungserfolg. 

Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms

Die Diabeteszentren im Cellitinnen-Krankenhaus St. Hildegardis und im Cellitinnen-Severinsklösterchen Krankenhaus der Augustinerinnen (Betriebsstelle St. Antonius) bieten die spezialisierte Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms sowohl stationär als auch ambulant (im Cellitinnen-Krankenhaus St. Hildegardis, in der Betiebsstelle St. Antonius momentan nur stationär) an und sind als Fußbehandlungseinrichtung nach den Kriterien der Deutschen Diabetesgesellschaft zertifiziert. Das multiprofessionelle Team aus Fachärzten, Diabetesberatern und Wundexperten wendet ein breites Spektrum etablierter, aber auch neuer innovativer Behandlungsverfahren an, wählt für jeden Patienten den individuell optimalen Therapieansatz aus und sorgt mit viel Geduld und Fachwissen für die bestmögliche Heilung der Wunde(n).

Übersicht der Therapieverfahren zur Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms:

Etablierte konservative und operative Behandlungsmethoden zur Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms

  • operative und interventionelle Wundbehandlung mit oder ohne Narkose oder Sedierung 

  • auf den jeweiligen Keim zugeschnittene Antibiotikatherapie 

  • äußere und innere Druckentlastung 

  • Sehnendurchtrennung in minimalinvasiver Methode 

  • stationäre Vakuumtherapie (hierbei wird für mehrere Tage ein luftdichter Dauersogverband auf der Wunde platziert, der die Wundheilung fördert)

  • Fernlappenplastiken
    Mit körpereigenem Gewebe wird die Wunde abgedeckt; das Gewebe wird beispielsweise aus der Rückenregion oder dem Oberschenkel entnommen. Dabei werden die Blutgefäße des transplantierten Gewebes mit der vorhandenen Durchblutung verbunden. 

Innovative Therapieverfahren zur Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms

  • ambulante Vakuumtherapie 

  • ambulante und stationäre Kaltplasmatherapie  
    Behandlung der Wunde mit ionisiertem Argon, das die Keimbesiedlung reduziert und die Wundheilung beschleunigt 

  • stationäre lokale hyperbare Sauerstofftherapie  
    Behandlung, bei der über einen unter Druck stehenden Beutel täglich reiner Sauerstoff auf den Wundbereich einwirkt und die Wundheilung beschleunigt

Expertenwissen zur Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms unter einem Dach

Das ärztliche Team unserer Diabeteszentren verfügt über langjährige Erfahrung in der Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms. Mehrere Ärzte des Teams haben die Fortbildung zum „Koordinationsarzt für das Diabetische Fußsyndrom“ absolviert. Sie koordinieren die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller notwendigen Spezialisten zur Behandlung des Diabetischen Fußes: Fußchirurgie, Podologie, Plastische Chirurgie, Diabetesberatung, Wundmanagement, Radiologie, Gefäßchirurgie, orthopädische Schuhtechnik und weitere Experten arbeiten unter dieser Koordination Hand in Hand, um Betroffene bestmöglich auf dem Weg durch Diagnostik und Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms zu begleiten.  
Experten für Fuß- und Plastisch-Rekonstruktive Chirurgie sind Teil des Behandlungsteams, so dass Sie bei einer notwendigen Operation des Diabetischen Fußsyndroms nicht verlegt oder in ein anderes Krankenhaus überwiesen werden müssen, sondern Ihre Behandlung abgestimmt aus einer Hand sichergestellt ist. 

FAQ Diabetisches Fußsyndrom

  • Was ist das Diabetische Fußsyndrom?

    Das diabetische Fußsyndrom (DFS) ist eine mögliche Folgeerkrankung von Diabetes mellitus. Es entsteht durch Schädigungen an Nerven und Blutgefäßen an den Füßen, die durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte in ihrer Funktion eingeschränkt werden können. In der Folge

    • sinkt das Schmerzempfinden in den Füßen
    • ist die Durchblutung in den Füßen gestört, so dass die Wundheilung beeinträchtigt wird. 

    Konkret bedeutet dies, dass kleine Druckstellen oder Verletzungen von Betroffenen oft nicht bemerkt werden, weil durch die Nervenschädigung (Neuropathie) das Schmerzempfinden reduziert ist. Eine kleine Verletzung oder eine nicht bemerkte Druckstelle kann so zu einer Wunde werden, die - durch eine gestörte Durchblutung - schlecht und langsam verheilt. 

    Sind solche Wunden an den Füßen entstanden, müssen sie mit modernen Methoden spezialisiert behandelt werden, da sie nicht eigenständig verheilen, sondern ohne entsprechende Versorgung zu schweren Infektionen, Gewebeverlust oder im schlimmsten Fall zur Amputation führen können. Mit einer spezialisierten Behandlung lassen sich Amputationen heute jedoch in sehr vielen Fällen vermeiden. 

  • Haben alle Menschen mit Diabetes Probleme mit den Füßen?

    Schädigungen an den Nerven (Neuropathien) und den Blutgefäßen sind häufige Folgeerkrankungen von Diabetes mellitus, besonders bei dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten. Die Nerven und Gefäße in den Füßen sind besonders gefährdet, da hier besonders Strukturen vorliegen. Die beste Vorbeugung für das Diabetische Fußsyndrom sind gut eingestellte Blutzuckerwerte. 
    Bei dauerhaft hohen Blutzuckerwerten, langjähriger Diabetes-Erkrankung oder bekannten Schädigungen an Nerven und Durchblutung sollten Menschen mit Diabetes

    • ihre Füße täglich auf Druckstellen und kleine Verletzungen kontrollieren
    • ihre Füße regelmäßig von Spezialisten (Diabetologen oder Podologen) kontrollieren lassen
    • regelmäßig eine spezialisierte Fußpflege in Anspruch nehmen (durch ausgebildete Podologen). 

    Mit diesen Maßnahmen lassen sich zwar die Nerven- und Gefäßschädigungen nicht beheben, jedoch werden kleine Verletzungen vermieden bzw. schnell entdeckt, so dass keine behandlungsbedürftigen oder komplizierten Wunden entstehen. 

  • Was sind erste Anzeichen eines Diabetischen Fußsyndroms?

    Die ersten Anzeichen eines Diabetischen Fußsyndroms entwickeln sich oft schleichend, häufig übersehen Betroffene erste Frühwarnzeichen oder können sie nicht richtig einordnen. 

    Folgende Anzeichen können auf die Entstehung eines Diabetischen Fußsyndroms hinweisen: 

    • Taubheitsgefühl in den Füßen oder Zehen
    • Kribbeln, Brennen oder Stechen („Ameisenlaufen“) in den Füßen
    • vermindertes Schmerzempfinden an den Füßen
    • trockene und rissige Haut
    • Veränderte Fußform 
    • kalte, blasse oder bläuliche Haut an den Füßen
    • Veränderte Fußform und Schwellungen an den Füßen

    Wenn Menschen mit Diabetes diese Anzeichen bemerken, sollten sie diese unbedingt bei einem Diabetologen und eventuell in einer spezialisierten Fußbehandlungseinrichtung abklären lassen, um die Entstehung von komplizierten Wunden an den Füßen frühzeitig zu vermeiden. 
     

  • Wie kann das Diabetische Fußsyndrom behandelt werden?

    Das diabetische Fußsyndrom (DFS) ist eine Folgeerkrankung von Diabetes mellitus, die auf Grund von Schädigungen von Nerven und Blutgefäßen in den Füßen entsteht. Diese Schädigungen selbst können nicht behandelt werden. 
    Die Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms hat das Ziel, bereits entstandene Wunden in ihrem Heilungsprozess zu fördern und die Entstehung neuer Wunden zu vermeiden. Diese Behandlung sollte durch spezialisierte Fachleute erfolgen. 
    Die wichtigsten Schritte in der Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms sind: 

    • Wundreinigung 
    • Entfernung von abgestorbenem Gewebe
    • Druckentlastung der Wundregion (beispielsweise durch Entlastungsschuhe oder Polster)
    • Behandlung von Infektionen (Antibiotika, operative Wundsäuberung)
    • Förderung der Wundheilung (beispielsweise mit Kaltplasma oder Sauerstoff)
    • Verbesserung der Durchblutung (durch Ballondilatation, Stenteinlage oder Bypassverfahren)
    • Verbesserung der Blutzuckereinstellung
    • orthopädisches Schuhwerk zur Vermeidung neuer Druckstellen

    Das Ziel der Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms ist stets die Vermeidung von Amputationen. Größere Defekte, bei denen viel Gewebe entfernt werden muss, können beispielsweise mit einer Fernlappenplastik aus körpereigenem Gewebe abgedeckt werden. 

    Die Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms ist oft langwierig und erfordert Geduld. Mit modernen Behandlungsmethoden und einem speziell ausgebildeten interdisziplinären Team lassen sich heute jedoch Amputationen in sehr vielen Fällen vermeiden. 

  • Wann muss bei einem Diabetische Fußsyndrom eine Amputation durchgeführt werden?

    Das Ziel der Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms ist stets die Vermeidung von Amputationen. Mit modernen Behandlungsmethoden können Amputationen heute in sehr vielen Fällen verhindert werden. Selbst bei großen Defekten, also in Fällen, in denen viel Gewebe entfernt werden muss, ist häufig mit einer plastisch-chirurgischen Operation eine Amputation vermeidbar. 
    Betroffene, denen zur Amputation eine Teils des Fußes oder des ganzen Fußes geraten wird, haben einen gesetzlich verankerten Anspruch auf eine Zweitmeinung durch dafür zugelassene Experten. Das Diabeteszentrum im Cellitinnen-Krankenhaus St. Hildegardis ist für dieses Zweitmeinungsverfahren zugelassen. 

Amputation bei Diabetischem Fußsyndrom: Ihr Recht auf eine Zweitmeinung

  • Zweitmeinungsverfahren Diabetischer Fuß

    Menschen, denen auf Grund eines Diabetischen Fußsyndroms zur teilweisen oder vollständigen Amputation geraten wird, haben ein gesetzlich verankertes Recht auf eine zweite Meinung eines ausgewiesenen Experten. Das Zweitmeinungsverfahren regelt den unkomplizierten Zugang zu einer unabhängigen Zweitmeinung, weiterer Beratung zu eventuellen alternativen Therapiemethoden und der Überprüfung der Notwendigkeit der geplanten Amputation. Die zweitmeinungsgebenden Ärzte müssen besondere Erfahrungen und Qualifikationen nachweisen. Dr. Peter Loeff, Chefarzt des Diabeteszentrums im Cellitinnen-Krankenhaus St. Hildegardis, ist für das Zweitmeinungsverfahren bei Diabetischem Fußsyndrom als ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet zugelassen. Sollten Sie wegen einer geplanten oder angeratenen Amputation eine Zweitmeinung einholen wollen, können Sie hierzu ohne Überweisung einen Termin vereinbaren.


Podcast zum Diabetischen Fußsyndrom